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| 01:02 Uhr

Eine Mahnung für die heute Lebenden

Potsdam/Dresden.. In einer zentralen Feier in der Gedenkstätte Sachsenhausen haben Brandenburger und das Land gestern der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 60 Jahren gedacht. Mehr als 300 Menschen, darunter Abgeordnete, Hinterbliebene und Überlebende des Nationalsozialismus, ehrten die Opfer.


Trotz des Hausverbots gegen die rechtsextreme Brandenburger DVU hatte deren Landtags abgeordneter Michael Claus zu Beginn der Veranstaltung versucht, in die Gedenkstätte zu gelangen. Er folgte aber der Bitte eines Mitarbeiters, dies zu unterlassen. "Ein Auftritt der DVU hätte auch die Gefühle von Überlebenden und Hinterbliebenen schwer verletzt", sagte ein Sprecher der Gedenkstätte.
In einem einstigen Zellenbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen wurde die Sonderausstellung "Persönlicher Gefangener Adolf Hitlers" über den evangelischen Theologen Martin Niemöller eröffnet. Auch im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück wurde der Befreiung von Auschwitz gedacht. Dort hatten mehr als 50 000 der 130 000 inhaftierten Mädchen und Frauen ihr Leben gelassen. In Sachsenhausen hielt das NS-Regime mehr als 200 000 Menschen gefangen, von denen gut die Hälfte getötet wurde.
Auch in Sachsen gedachten Bürger der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Rund 300 Menschen nahmen in Dresden auf Einladung der CDU-Landtagsfraktion an einer Feierstunde mit dem Titel "Wehrhafte Demokratie und Toleranz" teil. Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) mahnte vor dem Hintergrund des jüngsten NPD-Eklats im Landtag mehr Gelassenheit und Augenmaß in der Ausein andersetzung mit der rechtsextremen Partei an. "Rechtsextreme Gruppierungen gehören nicht vor Gericht. Das wäre zu viel der Ehre", sagte er.
Biedenkopf warnte vor einer Aufwertung der NPD durch übermäßige öffentliche Aufmerksamkeit. Diese könne die Partei für ihre Zwecke missbrauchen. "Ihre Strafe soll schweigende Verachtung lauten", sagte er. Den Deutschen fiele es auf Grund ihrer jüngsten Geschichte oft schwer, politischen Extremisten die politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit zu entziehen. Gleichwohl käme ihnen besondere Verantwortung zu. (dpa/AFP/ab)