Saskia Ludwig, die CDU-Vorsitzende, bestimmte mit ihren harten Angriffen den Verlauf der Debatte um die weiteren Ziele in der Landespolitik. Ihre scharf formulierte Rede gipfelte in dem Vorwurf, die rot-rote Koalition betreibe eine Politik, mit der sie sich von der sozialen Marktwirtschaft verabschiede. „Die letzte linke Landesregierung verfolgt die Einführung der Staatswirtschaft“, so Ludwig. Mit dem vorgelegten Haushalt habe die Koalition den Brandenburgern die Augen geöffnet. Deswegen komme es zu einer wachsenden Zahl von Protestaktionen, sagte sie mit Blick auf die Demos wegen der Kürzungen im Bildungsbereich: „ Aus purer Ideologie werden freie Schulen platt gemacht und zugrunde gespart.“ Ludwig wiederholte die Forderung, 2012 auf die Aufnahme neuer Schulden zu verzichten.

Die gleiche Forderung und ähnliche Kritik kam vom Fraktionsvorsitzenden der FDP, Andreas Büttner. Die Koalition aus SPD und Linken verschwende Geld für „sinnlose Prestigeobjekte“ und verweigere dem Bildungssektor die nötigen Mittel. Der aber sei weiterhin bundesweit Schlusslicht.

Finanzminister Helmuth Markov (Linke), der für die Landesregierung antwortete, betonte die Unterschiede zu der Politik anderer Parteien. Mit der Regierungsbeteiligung der Linken würden jetzt andere Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehöre es, die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes besser zu entlohnen als in vielen anderen Bundesländern. Er sagte, noch sei es nicht gelungen „alles in zwei Jahren wieder in Ordnung zu bringen“, aber jetzt werde eine „Politik des Ausgleichs“ betrieben. Jetzt würde das Land beispielsweise im Gegensatz zu früher wieder nennenswert ausbilden. Die Landesregierung werde im Bundesrat ihren Beitrag dazu leisten, um „wild gewordene Märkte“ zu kontrollieren.

Markov und auch die Links-Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser argumentierten entlang der politischen Grundlinie ihrer Partei und verlangten eine deutliche Erhöhung der Steuern. „Wir haben nicht ein Ausgaben- sondern ein Einnahmeproblem“, sagte Markov. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nutzte die Debatte vor allem zu polemischen Angriffen auf seine Kontrahentin Saskia Ludwig und die FDP-Abgeordnete Linda Teuteberg, die zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht im Plenarsaal war. Seine Äußerung zur Landespolitik beschränkte er auf bekannte, allgemein gehaltene Aussagen und das Versprechen, 2014 einen schuldenfreien Haushalt zu präsentieren. Grünen-Fraktionsvorsitzender Axel Vogel versuchte sich klar von der Koalition und von den beiden anderen Oppositionsparteien abzugrenzen. Er übte scharfe Kritik an der Energie- und Bildungspolitik der Landesregierung, warf aber andererseits auch der CDU vor, mit ihrer scharfen Ablehnung beispielsweise der Tätigkeit von Kommunalunternehmen zu überziehen. Brandenburg stehe nicht vor der Wahl zwischen „Sozialismus oder Freiheit“, so Vogel.

Der Landtag beschloss anschließend mit der rot-roten Mehrheit den Haushalt für 2012. Er sieht leicht steigende Ausgaben von gut zehn Milliarden Euro und eine Nettokreditaufnahme von 270 Millionen Euro vor.