Dort werde eingetragen, wer zehn Euro und mehr gebe, erklärt Miriam Hedtmann, die für das Einwerben von Geld zuständig ist. Seit der Umwandlung der Viadrina in eine Stiftungsuniversität vor einem Jahr seien rund 200 000 Euro zusammengekommen. Präsident Gunter Pleuger freut sich: "Trotz Finanzkrise wurden alle Zusagen eingehalten."Mehr FreiräumeAls Stiftung hat die Viadrina, die ihr Budget weiter vom Land erhält, mehr Freiräume. Beispielsweise könne sie auch Professoren berufen, so Pleuger. Dies sei wichtig, da bundesweit in den nächsten Jahren viele in den Ruhestand gingen und so die Neubesetzung von Lehrstühlen anstehe. "Dann muss klar sein, welche Wissenschaftler mit welchen Qualifikationen gewählt werden müssen." Für den Präsidenten ist es wichtig, dass sich die Viadrina weiter interdisziplinär und international ausrichtet. Er nennt das Stichwort "Brückenfunktion". Die Einrichtung müsse weiter für junge Leute aus West und Osten, insbesondere aber aus den neuen EU-Ländern, attraktiv bleiben. Traditionell schreiben sich hier viele Polen ein. "Der Wettbewerb um die besten Köpfe wird in der Zukunft härter", sagt Pleuger. Deshalb wolle die Hochschule einmalige Angebote machen.Mit dem Auswärtigen Amt wird ein Kurs geplant, der Bewerber für Posten in europäischen Institutionen auf das dafür notwendige Auswahlverfahren vorbereitet. "Diesen Kurs wird es nur bei uns geben", sagt Pleuger. "Das ist ein Beispiel für ein Alleinstellungsmerkmal." Nach Einschätzung des Stiftungsrates ist der Viadrina ihr erstes Jahr in neuer Rechtsform gut gelungen. "Wir versuchen derzeit eine Bestandsaufnahme", sagt der Vorsitzende Theodor Berchem und wirft mehrere Fragen auf. Wo steht die Universität? Welche Gelder können von wo eingeworben werden? Wie ist der Zuspruch der Studenten? "Kampf hat sich gelohnt"Die Weichen für eine gute Entwicklung seien gestellt, sagt der frühere Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. "Daran besteht kein Zweifel." Auch Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht die Bilanz der Viadrina positiv und stellt fest: "Ihre Attraktivität für private Sponsoren ist gestiegen." Die frühere Präsidentin Gesine Schwan fühlt sich derweil bestätigt:"Ich glaube, dass es eine gute Entscheidung war. Der Kampf um die Stiftung hat sich gelohnt."