Denn mit dem Wegbrechen der Solarindustrie entpuppt sich ein wesentlicher Teil der Wirtschaftsstrategie der Landesregierung als untauglicher Versuch, Arbeitsplätze in Brandenburg zu halten. Für die berlinfernen Regionen des Landes, insbesondere für Ostbrandenburg, hatte Platzeck auf den Aufbau neuer Fertigungsstätten gesetzt und davor gewarnt, vor allem auf moderne Dienstleistungen zu setzen. Tatsächlich aber verschärfen sich jetzt die regionalen Ungleichgewichte. Platzeck weiß, dass als Antwort darauf über Kurskorrekturen nachgedacht werden muss. Nicht mehr nachdenken, sondern Stellung beziehen musste er dann in einer anderen Angelegenheit, die ebenfalls zum Ärgernis geworden war. Wieder einmal hatte der Umgang der Landesregierung mit der kommunistischen Vergangenheit für Empörung gesorgt. In der Potsdamer Leistikowstraße drohte der Streit um den Umgang mit einem ehemaligen Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes zu eskalieren. Platzeck konnte sich um eine halbwegs klare Ansage nicht länger drücken. Der Opfer einer Diktatur zu gedenken und die letzten Überlebenden gleichzeitig zu kränken - das geht nicht zusammen, meint jetzt auch der Regierungschef.

PS. Solch eine Woche der Mühsal wirft dann fast zwangsläufig die Frage auf, wie lange der Mann sich das noch antun will mit dem Ministerpräsidentenamt. Er wird darin ja fast schon ein Unikat der Beständigkeit, wäre da nicht Kurt Beck in Mainz, der seit 1994 regiert und alle Rekorde zu brechen droht.