Brandenburgs Ministerpräsident hat bis auf weiteres alle Termine wegen einer "fiebrigen Erkältung" absagen müssen und hütet das Bett.
Er habe jetzt mit Platzeck telefoniert, ihm gute Besserung gewünscht, sagte Vize-Regierungschef und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) gestern der RUNDSCHAU. "Es ging ihm nicht gut, er konnte kaum sprechen." Eben eine typische Erkältung, so Junghanns, der jetzt erstmals als Ministerpräsident amtiert und stellvertretend für Plat-zeck das Grußwort auf dem G8-Gipfel der Umweltminister der führenden Industrienationen hielt.
In Platzecks Staatskanzlei ist man freilich etwas genervt: Denn prompt wird wieder über den Gesundheitszustand Plat-zecks spekuliert, der vor fast genau einem Jahr einen Hörsturz erlitten hatte und Anfang April 2006 als SPD-Bundesvorsitzender zurückgetreten war. Damals hatte er auch über einen Kreislauf- und Nervenzusammenbruch berichtet, nachdem Ausfälle vorher heruntergespielt worden waren.
Die Erkrankung Platzecks kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, nicht nur wegen des verpassten G8-Gipfels und der versäumten Einweihung des Lausitzer Seen-landes. Eigentlich hatte sich der Ministerpräsident seit Monaten als fit präsentiert, dies auch in Interviews betont. Zwar leide er noch an den Folgen des Hörsturzes, sagte er jüngst - aber: "Ich fühle mich fit. Der Kreislauf ist wieder gut, der Blutdruck ist okay." Aber Politiker seien eben auch nur Menschen - und gegen gesundheitliche Tücken nicht gefeit. Plat-zecks Ansehen im Lande ist, das ergab gerade eine Umfrage, unangefochten wie eh und je. (Eig. Ber./thm)