Doch ausgerechnet seitdem die Freidemokraten wieder in Berlin an der Macht sind, hat das innige Verhältnis stark gelitten.

Kein Wunder: Zunächst wusste Philipp Rösler als Gesundheitsminister die Pillendreher zu piesacken, und bis heute sorgt sein Nachfolger Daniel Bahr mit gesetzlichen Unfreundlichkeiten bei der Branche für Verdruss. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Offenbar will die FDP ihren zweifelhaften Ruf als Apotheker-Partei loswerden. Dieser Sinneswandel hat nun dazu geführt, dass die Pillenverkäufer ihrerseits der FDP den Rücken kehren. Ihre Lobby-Organisation Abda verzichtet auf den traditionellen Werbestand beim Bundesparteitag der Liberalen, der am übernächsten Wochenende in Berlin stattfindet.

Für die FDP ist das eine bittere Pille. Schließlich entlastet derlei Präsenz die Parteikasse. Denn wie alle anderen Sponsoren hat auch die Abda dafür immer ordentlich Geld bezahlt. Immerhin: Die Privaten Krankenkassen sehen keinen Anlass, die FDP im Stich zu lassen und werben weiter munter für sich. Gänzlich untreu sind sich die Freidemokraten also noch nicht geworden.