Meißner Porzellan gab es in Dresden schon immer zu kaufen. Für die neuen Produkte aus dem Hause Meissen gibt es jetzt einen eigenen Showroom. Den eröffnete Geschäftsführer Christian Kurtzke am Donnerstag im Dresdner Villenvorort Blasewitz. Auf 150 Quadratmetern gibt es hier Teppiche, Vorhänge, Waschtische, Ess- und Schlafzimmer für geschmackssichere und finanzstarke Kundschaft. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Wandverkleidungen für exklusive Bäder. Lauter umstrittene Produkte, mit denen sich die Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen nach 300 Jahren Geschichte von ihrem Kerngeschäft mit dem Weißen Gold verabschiedet. Kurtzke schwärmt: "Mit diesem Showroom bieten wir interessierten Kunden wie auch Architekten und Inneneinrichtern die Möglichkeit, sich am Stammsitz der Manufaktur über unsere neuen Produkte zu informieren und die Welt von Meissen Home zu erleben."

Vieles entsteht im Ausland

Meissen Home ist eine der neuen Töchterfirmen der Porzellanmanufaktur, die neuerdings nur noch "Manufaktur Meissen" heißt und im internationalen Geschäft als "Luxusgruppe Meissen" auftritt. Die Manufaktur ist längst im Geschäft mit Schmuck, Architektur und Inneneinrichtung unterwegs. Mit dem Label der zwei gekreuzten Schwerter werden Seidenschals, Krawatten, Kissen, Tapeten, Teppiche, Möbel und Wandpaneele verkauft, von denen vieles im Ausland entsteht. Dazu gehört die Vertriebszentrale in Mailand der Tochterfirma Meissen Italia, die für die Linie Meissen Joaillerie Schmuck herstellt.

2011 sank der Jahresumsatz von 38,7 Millionen Euro auf 37,9. Deshalb investiert die Geschäftsleitung neben der Schmucklinie "Joaillerie & Accessoires" auch in die Geschäftsbereiche "Fine Art" und "Meissen Home". Demnächst soll eine eigene Modelinie auf den Markt kommen.

Filipinos interessiert an Schmuck

Geschäftsführer Kurtzke will Meissen als Luxusanbieter mit breiter Produktpalette an die wachsenden Märkte bringen. Die liegen neben den althergebrachten Exklusiv-Standorten Mailand und London vor allem in Asien. Dort will die Zweigfirma Meissen Asia Pacific derzeit ins Luxusgeschäft auf den Philippinen vordringen. Die dortigen Franchise-Nehmer, mit denen man sich dort kürzlich zusammengetan hat, hätten besonderes Interesse an den Schmuckkreationen, heißt es aus der Geschäftsleitung.

Am Heimatstandort indes wird dieser Kurs seit Jahren kritisiert. Allein die Eröffnung der "Villa Meissen" in Mailand kostete das Staatsunternehmen eine Million Euro. "Internationales Wachstum bedingt hohe Investitionen", sagt Kurtzke. "die zunächst unser Ergebnis belasten." Wie sehr der Ausflug in Architektur und Mode das Ergebnis belastet, ist offiziell nicht bekannt. Zahlen für 2012 hat die Manufaktur noch nicht bekannt gegeben. Kurztke pocht jedoch darauf, dass Schals, Colliers und Badpaneele "entscheidend sind für die Zukunft der Manufaktur und zur Absicherung der Arbeitsplätze in Sachsen."

Im neuen Blasewitzer Showroom gibt es sogar ein eigenes Private Spa zu bestaunen. Für das Edel-Wellnesskonzept hat sich die Manufaktur mit dem Dresdner Bad-Hersteller Stonewater zusammengetan.