Für ihn wird es bei der Bundestagswahl um die Frage gehen: "Erhalten wir die soziale Marktwirtschaft oder werden wir zu einer DDR-Light?" Eine Koalitionspräferenz ließ Westerwelle, beschwingt durch die glänzenden Umfragewerte, kaum erkennen."Es macht einen Riesenunterschied, ob ein Land von der Mitte aus regiert wird oder ob die Ränder etwas zu sagen haben", sagte Westerwelle. "Und ich will etwas zu sagen haben", fügte er hinzu.Mit Blick auf die Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise sagte er, Deutschland müsse sich zwischen einer "entmündigten Republik" oder der Erneuerung der sozialen Marktwirtschaft entscheiden. Westerwelle bekräftigte die Forderung nach einem "einfacheren und gerechteren" Steuersystem. "Leistung muss sich lohnen", sagte der FDP-Chef. "Lust auf Leistung" sei das beste Konjunkturprogramm. In Biberach in Baden-Württemberg attackierte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, die Große Koalition. Ihr Tonfall war wiederum dem von Westerwelle ähnlich. Sie sagten an diesem Tag vor allem, was die Grünen nach der Bundestagswahl verhindern wollen: Die Fortsetzung der Großen Koalition oder - so Künast - ein schwarz-gelbes Bündnis.Gewohnt angriffslustig präsentierte sich in Passau hingegen Linken-Fraktionschef Gysi. Der Berliner forderte die Verstaatlichung der Großbanken. Das sei die "billigste Lösung, weil der Staat leichter und billiger an Kredite kommt", sagte er. Mit seinen Worten vermittelte er den Eindruck, als könnte er sofort mit dem Wahlkampf beginnen.Die frühere CSU-Rebellin Gabriele Pauli will nun doch Europa-Spitzenkandidatin der Freien Wähler (FW) werden. "Ich sage Ja", sagte sie beim politischen Aschermittwoch der Freien Wähler in Deggendorf. Ihre Ansichten seien nicht an Bayern gebunden. "Ich freue mich auf diese Aufgabe. Wir werden eine sehr große Bürgerbewegung werden." Die FW-Anhänger feierten die Ex-CSU-Landrätin mit viel Applaus. dpa/AFP/ab