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| 13:26 Uhr

Einbruchsgefahr in Brandenburg und Sachsen

Mit einem Rettungsschlitten bringt die Wasserwacht Menschen, die ins Eis eingebrochen sind, an Land.
Mit einem Rettungsschlitten bringt die Wasserwacht Menschen, die ins Eis eingebrochen sind, an Land. FOTO: Wasserwacht Brandenburg
Region. Draußen ist es frostig kalt und auf zahlreichen Teichen und Seen in der Lausitz hat sich Eis gebildet. Dennoch: Die Wasserwacht Brandenburg und die Wasserwacht Sachsen warnen davor Eisflächen auf Seen und Flüssen zu betreten. Denn, ob das Eis trägt, ist mit bloßen Auge nicht erkennbar. lsc/red

Um zu prüfen, ob eine Eisfläche wirklich sicher genug ist, um sie zu betreten, werden kleine Probelöcher gebohrt, mit einem Eismessstab wird die dicke des Eises bestimmt. Das machen städtische Behörden in der Regel, bevor sie eine Eisfläche fürs Eislaufen freigegeben. Damit Gruppen eine Eisfläche betreten können, sollte das Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein. Dennoch gilt, ob freigegeben oder nicht: Betreten immer auf eigene Gefahr.

"In Cottbus gibt es keine Eisflächen, die freigegeben sind", sagt Jan Gloßmann, Sprecher der Stadt Cottbus. Im Branitzer Park seien zudem Hinweisschilder aufgestellt, die das Betreten zugefrorener Wasserflächen explizit verbieten, da hier auch der Uferschutz eine wichtige Rolle spiele.

"Temperaturabhängig kann es schon mal einige Wochen dauern, bis das Eis dick genug ist, um Personen zu tragen. Derzeit ist es vielerorts noch immer gefährlich das Eis zu betreten", warnt Joachim Weiß, Referent der Wasserwacht Sachsen. Auch die Wasserwacht Brandenburg warnt davor, Eisflächen auf Seen und Flüssen zu betreten: "Von außen ist nicht erkennbar, ob das Eis trägt oder nicht. Es gibt Flächen, die dünner oder dicker sind", sagt Lee Schumann, Referent Einsatzdienste von der Wasserwacht Brandenburg. Zudem sind Strömungen unter der Eisoberfläche nicht zu erkennen.

Wenn es knackt, nichts wie weg

Fest steht: Sobald das Eis unter den Füßen knirscht und knackt, gilt es, das Eis schnellstmöglich zu verlassen. Fängt das Eis unter den Füßen bereits an zu brechen, sollte sich Betroffene sofort hinlegen, um das Gewicht auf der Eisoberfläche zu verteilen und zu verhindern, dass das Eis weiter bricht. Langsam vorwärts robbend sollte es dann möglich sein, das rettende Ufer zu erreichen, bevor Schlimmeres passiert.

Denn sind Eisläufer oder Spaziergänger erst einmal eingebrochen, bleiben nur wenige Minuten Zeit, bevor der Mensch langsam bewegungsunfähig oder sogar bewusstlos wird. "Der Blutkreislauf zentralisiert sich auf die Körpermitte, der Körper stellt die Versorgung von Armen und Beinen mit warmem Blut ein", erklärt Lee Schumann von der Brandenburger Wasserwacht. Die Folge: Die Finger und Beine werden taub. Wer also unbedingt auf einer nicht freigegeben Eisfläche Eislaufen möchte, sollte keineswegs alleine unterwegs sein. Zudem gibt es kleine Eiskrallen für die Hosentasche, um sich im Notfall eventuell selbst aus dem Eis ziehen zu können.

Der größte Schutz vor einem Einbruch ins Eis ist es, das Eis nicht zu betreten. Was es noch für Möglichkeiten gibt, sich zu retten und warum ein Eiseinbruch so gefährlich ist:

Video "Eiseinbruch" - Kopfball

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten alle, die Lust haben Eis zu laufen, auf Eislaufhallen zurückgreifen. Möglich ist dies etwa in der Eisarena in Weißwasser. Dort kann jeden Sonntag Eisgelaufen werden. In Senftenberg hält das Snowtropolis für Skifreunde nicht nur eine Skihalle bereit, sondern auch eine Kunsteisbahn, auf der täglich Pirouetten gedreht werden können. Auch Spreewälder und Cottbuser müssen den Weg dorthin auf sich nehmen, um übers Eis zu gleiten. Außer, es sind überflutete Wiesen vorhanden, auf denen sich Eisflächen bilden, die von Eisläufern genutzt werden können.

Eine Eishalle für Cottbus?

Zwar hätte Peter Dambrowsky von der Cottbuser "Interessengemeinschaft Eislaufen" gerne wieder kleine und große Eislauffans auf dem Amtsteich am Museum Dieselkraftwerk begrüßt, doch die diesjährige Witterung hat es einfach nicht zugelassen. "Wir haben versucht, Schnee zu schieben, aber das ging nicht, der Schnee war viel zu pappig. Wir hätten keine freie Eisfläche hinbekommen", sagt Peter Dambrowsky. Für ideale Bedingungen muss es lange sehr kalt sein, zudem darf der Schnee nicht zu nass sein. Dambrowsky: "Wir standen in den Startlöchern und hätten das Eislaufen auf dem Amtsteich gerne ermöglicht, aber es ging nicht. Es ist wirklich schade, dass es in Cottbus keine Halle zum Eislaufen wie in Senftenberg gibt."

Das könnte sich aber vielleicht ändern: Der Cottbuser Bautec-Chef Helmut Rauer, der auch einen "Wohnpark im Theaterviertel" entwickelt, hat die 1975 erbaute BTU-Schwimmhalle gekauft. Seit mittlerweile 13 Jahren steht die ehemalige BTU-Schwimmhalle neben dem Campus leer, ist nach Aussagen der Stadt einsturzgefährdet. Rauer:. "So schlecht, wie oft behauptet wird, ist die Substanz gar nicht" sagt er. Am liebsten würde er dort eine Eislaufhalle eröffnen. "Die nächsten Möglichkeiten zum Schlittschuhlaufen gibt es in Weißwasser oder Senftenberg", so Rauer. "Dabei haben auch viele Cottbuser ihren Spaß auf dem Eis."

Weitere Informationen:

www.wasserwacht-sachsen.de

www.wasserwacht-brandenburg.de