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Einbruchs-Zahl auf höchstem Stand seit über 20 Jahren

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein fiktiver Einbrecher blickt am 23.07.2015 an einem Haus in Göppingen (Baden-Württemberg) durch eine eingeschlagene Fensterscheibe (gestellte Szene).
ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein fiktiver Einbrecher blickt am 23.07.2015 an einem Haus in Göppingen (Baden-Württemberg) durch eine eingeschlagene Fensterscheibe (gestellte Szene). FOTO: dpa
Berlin. Ein Einbruch in die eigenen vier Wände - das ist ein Horror für Wohnungseigentümer und Mieter. Die Zahl der Delikte ist auf einen Höchststand gestiegen, im Vergleich zu 2014 um knapp zehn Prozent. Für die Gewerkschaft der Polizei gibt es einen eindeutigen Grund. dpa

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist einem Bericht zufolge auf den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren gestiegen. Für das Jahr 2015 weise die Kriminalstatistik 167 136 erfasste Fälle aus und damit 9,9 Prozent mehr als im Jahr davor, berichtete „Die Welt“ unter Berufung auf die neue Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). So hoch lag die Zahl der Wohnungseinbrüche demnach zuletzt 1993. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wolle die Kriminalstatistik voraussichtlich im Mai in Berlin offiziell vorstellen, schreibt die Zeitung.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg bei Wohnungseinbrüchen auf Personalabbau bei der Polizei zurück. „Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek. Seit 2005 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche laut GdP um rund 52 Prozent - durchschnittlich geschehe alle drei Minuten ein Einbruch.

„Wir brauchen dringend die Einrichtung eines Länderübergreifenden Vorgangsbearbeitungssystems, das recherchefähig sein muss“, sagte der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt. Die Behörden müssten besser gegen kriminelle Banden vorgehen, die in mehreren Bundesländern aktiv seien.

Die Zahl aller in Deutschland polizeilich erfassten Straftaten wuchs im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 4,1 Prozent auf insgesamt 6,33 Millionen, wie die Zeitung unter Verweis auf die Kriminalstatistik weiter berichtet. Die Aufklärungsquote betrage 56,3 Prozent - eine Verbesserung um 1,4 Prozentpunkte. Der Statistik zufolge handelte es sich bei fast 40 Prozent aller Straftaten um Diebstähle. Hohe Zuwachsraten seien etwa auch beim Laden- (plus 7,1 Prozent) und beim Taschendiebstahl (plus 7 Prozent) verzeichnet worden.