Seit ihrer frühen Kindheit ist die heute 39-Jährige auf das Engste mit dem Sport verbunden. "Ich war ein typisches Turnhallenkind", erinnert sie sich schmunzelnd. Ihre Mutter Karin gilt als Begründerin der Sportakrobatik in Hoyerswerda und nahm sie schon frühzeitig mit zu den Trainingsstunden. "Auch für mich gab es nie eine andere Sportart", erzählt Daniela Fünfstück. Erfolge blieben nicht aus - den Gewinn des DDR-Vizemeistertitels 1978 bezeichnet sie heute als den größten. Bis 1985 blieb die Sportakrobatin selbst aktiv, dann konzentrierte sie sich darauf, anderen die Grundlagen dieser Sportart beizubringen. Einer ihrer besten Schüler wurde ihr Bruder Björn, der es gemeinsam mit Antje Michl zu deutschen Meisterehren sowie zu zweiten und dritten Plätzen bei Europameisterschaften brachte. "Antje und Björn waren ein Traumpaar*am p*ldquo;, schätzt Daniela Fünfstück heute ein. "So etwas bekommt man als Trainer nur einmal im Leben." Sie selbst hängte für den Sport ihren eigentlich geliebten Beruf als Drogistin an den Nagel.
1991 kam dann der Tag, der die Weichen für das weitere Leben der sportbegeisterten Hoyerswerdaerin stellen sollte. "Es war eigentlich ein blöder Zufall", sagt sie. "Zwischen Tür und Angel fragte man mich, ob ich in der Sportjugend mitarbeiten möchte." Als Vertreterin des größten Vereines im Stadtsportbund - damals noch der SG Schwarze Pumpe - wurde Daniela auch prompt in den Vorstand gewählt. 1992 arbeitete sie zunächst auf ABM-Basis, dann wurde sie wieder arbeitslos. Seit 1996 wurde sie hauptamtlich beim Stadtsportbund beschäftigt. Darüber hinaus übt Daniela Fünfstück ehrenamtlich die Funktion des Geschäftsführers beim SC Hoyerswerda (Nachfolger der SG Schwarze Pumpe) mit knapp 1400 Mitgliedern aus.
In ihren heutigen Funktionen kommt Daniela Fünfstück hauptsächlich auf administrativer Ebene mit dem Sport in Berührung. "Ich bedauere das zuweilen, da mir der hautenge Kontakt zu den Athleten schon fehlt", erklärt sie. Als Übungsleiterin ist sie nicht mehr tätig - hauptsächlich ihrem jüngeren Sohn zuliebe, der nicht wie sein großer Bruder und wie sie selbst als "Turnhallenkind" aufwachsen soll. Dennoch ist sie die "Schaltstation" im Hoyerswerdaer Sport - sei es hinsichtlich der Sportstättenplanung, der Nachwuchsförderung oder der Organisation von Events. Dabei gilt es oftmals, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen. "Es kommt schnell vor, dass sich jemand benachteiligt fühlt", erläutert sie. "Dann sind eine gute Argumentation und auch Durchsetzungsverm&oum l;gen gefragt."
Oftmals nimmt Daniela Fünfstück die Arbeit mit nach Hause - "im Zeitalter der USB-Sticks ist das ja kein Problem", wie sie nicht ganz ohne Sarkasmus sagt. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Stadtsportbundes, René Dasler, bildet sie das "Dreamteam" für den Hoyerswerdaer Sport, wobei sie selbst einschätzt: "René ist der Ideengeber, ich bin mehr die Ausführende." Doch zum Funktionieren bedarf es beider. Und die Entwicklung des Sports in Hoyerswerda - gerade in der heutigen schwierigen Zeit - legt ein beredtes Zeugnis darüber ab, dass es funktioniert.

Steckbrief "Neid zwischen Menschen ärgert mich"
Geboren am 13. Juni 1967 im kreisfreien Göritz.
Familie: geschieden, zwei Kinder (drei und 17 Jahre alt, beides Jungs).
Beruf: Drogistin, Betriebswirtschaftlerin.
Größte Niederlage: Gab es keine.
Größter Erfolg: Meine beiden Kinder - sie sind die Krönung von allem und richten mich immer wieder auf.
Zuletzt geärgert : Ich ärgere mich generell über den Neid, der leider viel zu oft zwischen den Menschen anzutreffen ist.
Zuletzt gefreut : Ich freue mich jeden Tag über meinen jüngeren Sohn, der jetzt zu einer kleinen Persönlichkeit heranwächst.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann solle jeder optimal Sport treiben können - von den Sportstätten bis zu den Fördermitteln hängt das von vielen Faktoren ab.
Lebensmotto: Immer wieder aufstehen, wenn man hinfällt.
Vorbild: Habe ich keins.
Was ich noch sagen wollte: Im Sport zu arbeiten, bedeutet immer Teamarbeit. Ich sehe mich deshalb selbst nicht als "Heldin des Alltags", sondern beziehe dies auch auf mein Umfeld.