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| 02:39 Uhr

Ein unglaublicher, nach allen Seiten glücklicher Mensch

Gedenken in der Trauerhalle auf dem Cottbuser Südfriedhof.
Gedenken in der Trauerhalle auf dem Cottbuser Südfriedhof. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Hunderte Freunde, Kollegen, Fans haben am Freitag auf dem Cottbuser Südfriedhof Abschied vom Gallinchener Entertainer Achim Mentzel genommen, der am 4. Januar einem Herzinfarkt erlag. Peter Blochwitz

Angelika Mann ist da, Frank Schöbel, Wolfgang Lippert, der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), das Lausitzer Duo Herzblatt, Frank Schmidt, der einst bei der Cottbuser Band WK 13 rockte, Mitglieder der Theaternative C um Chef Gerhard Printschitsch. Schauspieler Giso Weißbach, die Sänger Dagmar Frederic, Hans-Jürgen Beyer, Uwe Jensen und Gerd Christian, mit dem sich Mentzel einst in Fritzens Dampferband austobte . . .

Und viele, viele Freunde, Bekannte, Fans haben sich an der Trauerhalle auf dem Südfriedhof eingefunden, um Abschied von Achim Mentzel zu nehmen. Brigitte und Günter Matuse aus Cottbus liebten Mentzel "wegen seiner Musik und als Person - besonders wegen seiner Fröhlichkeit. Und weil er so natürlich war. Wir haben ihn vor fünf Wochen beim Einkaufen getroffen, er hat eine Jacke probiert, dort war aber kein Spiegel. Da hat er uns angesprochen und gefragt, ob ihm denn die Jacke passen würde . . ."

Auch Kollegin Dagmar Frederic hebt hervor: "Achim war ein Mensch, der mit beiden Beinen auf der Erde stand, der auch über sich selbst lachen konnte. Und er war ja nicht nur Volksmusiker, sondern auch ein toller Rocker. Ein unglaublicher, nach allen Seiten glücklicher Mensch. Er hinterlässt eine große Lücke."

In der Trauerhalle treten die Menschen vor das Porträt von Achim Mentzel, legen Blumen und Gebinde nieder, verharren in stillem Gedenken, manche haben Tränen in den Augen. "Hallo Freunde, jetzt kommt euer Achim", tönt es aus den Lautsprechern: "Wo ich bin, soll man lachen, wo ich bin, gibt es Spaß!" Trauerrednerin Astrid Koeppen vom Bestattungshaus Pietät Koep pen wendet sich an Ehefrau Brigitte Mentzel und die Familie, wünscht ihnen Kraft, lässt Achims Leben Revue passieren: "Er hatte 1000 Watt im Blut . . . Er hat nicht nur gern gelebt, sondern auch unglaublich viele Spuren hinterlassen . . . Auch wenn er viel erreicht hat, blieb er bescheiden. Er war großzügig, sozial engagiert und auch direkt." Dann zitiert sie Hebbel: "Ist es nicht besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts?"

36 Jahre waren Achim und Brigitte Mentzel verheiratet. Anlässlich der Silberhochzeit hat Achim seiner Frau ein Lied geschrieben, das nun in der Trauerhalle erklingt: "Meine bessere Hälfte warst du von Anfang an - ein Glück, für das ich einfach nur dem Himmel danken kann." Sein Freund Uwe Jensen singt ihm ein "Hallelujah". Als Antwort folgt "I can't get no satisfaction" in der Mentzel-Version. Und "Rot sind die Rosen", noch eine Liebeserklärung Achims an seine Frau.

Vor der Tür spielt Trompeter Kurt de Witt "Ich hatte einen Kameraden" und "El Silenzio".

Stille für den Mann, der gewiss nicht still war.