Die Baugenehmigungen für den Wiederaufbau der unter Denkmalschutz stehenden historischen Königlichen Matrosenstation Kongsnaes in Potsdam sind nahezu fertig. In etwa zwei bis drei Wochen sollten sie in der endgültigen Fassung vorliegen, sagte ein Stadtsprecher auf Anfrage. Bis dahin werden die Unterlagen für das Bauvorhaben am Jungfernsee unweit der Glienicker Brücke noch einmal komplett geprüft und Korrekturen eingefügt.

Kongsnaes ist der norwegische Begriff für Königliche Landzunge. Nach Anwohnerprotesten zu dem aus ihrer Sicht zu groß geratenem Projekt im Unesco-Weltkulturerbe hatte die Stadt 2011 die Baugenehmigung zurückgezogen. Jetzt befindet sich das neue Dokument in der Endphase.

Investor Michael Linckersdorff wies Kritik an dem Vorhaben zurück. Da der Denkmalschutz keine Parkplätze gestatte, sei mit einem Massenandrang von Ausflüglern nicht zu rechnen. "Wir werden die Baugenehmigung genau juristisch prüfen lassen", kündigt Götz von Kayser, einer der Anwohner an, die bereits erfolgreich dagegen geklagt hatten. "Ist sie ok, werden wir das akzeptieren."

Sollte das nicht so sein, werden weitere juristische Schritte eingeleitet. 2009 hatte Linckersdorff das Areal für rund eine Million Euro nach Ausschreibung durch die Stadt Potsdam erworben. Er hofft auf baldige Rechtssicherheit und den Baustart. Auflage im Kaufvertrag war, alles im Original und entsprechend der Anforderungen des Denkmalschutzes wieder herzurichten.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts betrieb das preußische Königshaus hier eine kleine Schiffsstation. "Reisekaiser" Kaiser Wilhelm II. (1859-1941), der Skandinavien liebte, ließ das Areal im norwegischen Stil umbauen. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Abriss des in unmittelbarer Nähe verlaufenden Todesstreifens existieren von der einstigen Empfangshalle nur noch die Grundmauern. Sie zeigen die Ausmaße der Station, in denen sie nun entstehen soll. Original ist beispielsweise noch die Steintreppe, über die einst der Monarch trockenen Fußes an Land stieg. "Es wird wie damals ein etwa 100 Quadratmeter großes Holzgebäude gebaut", sagt Linckersdorff. Darin ist ein Café-Restaurant geplant.

Vorgesehen ist ein etwa 30 Meter langer Steg für die Minifregatte "Royal Luise", einem Nachbau des Schiffes von Kaiser Wilhelm II. Ein weiterer halbmondförmig angelegter Steg bietet 16 Schiffen Platz. Zu dem Ensemble gehören ein Matrosen-, ein Kapitäns- und ein Bootshaus. Die Gebäude sollen saniert und zu Wohnungen umgebaut werden. "Jedes noch so kleine vorhandene Bauteil muss aufgearbeitet und wieder verwendet werden", sagte er. Angesichts der schlechten Bausubstanz rechnet Linckersdorff noch mit weiteren Überraschungen, die die Sanierung erschweren könnten. Hausschwamm sei schon entdeckt worden.