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Ein Streiter für die Versöhnung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den verstorbenen früheren polnischen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski als unbeugsamen Streiter für Freiheit und für Versöhnung gewürdigt. Er sei ein Mann des Geistes und der Tat gewesen, erklärte die CDU-Chefin am Samstag in einem Kondolenzschreiben an die polnische Ministerpräsidentin Ewa Kopacz. dpa/sm

Statt angesichts des erlebten Leids im Konzentrationslager Auschwitz zu verzweifeln, bitter zu werden oder auf Rache zu sinnen, habe "er unbeirrbar seinen Einsatz für Freiheit und Versöhnung fortgesetzt".

Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Sein bewegtes und erfülltes Leben spiegelt all den Schrecken des 20. Jahrhunderts genauso wider wie das Glück der wiedergewonnenen Freiheit und Selbstbestimmung seiner geliebten polnischen Heimat." Sein Engagement für die deutsch-polnische Aussöhnung bleibe unvergessen, so der SPD-Politiker.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte Bartoszewski für seine Verdienste um die Aussöhnung. "Deutschland verliert mit Wladyslaw Bartoszewski einen guten Freund und Fürsprecher", sagte Woidke, zugleich Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Die Staatsregierung Bayerns und die katholische Kirche haben den ehemaligen polnischen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski als europäischen Versöhner gewürdigt. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nannte Bartoszewski einen der "herausragenden Politiker der Nachkriegsgeschichte". "Der Name Bartoszewski steht für Versöhnung, Völkerverständigung und Vertrauen. Bayern verneigt sich vor einem großen Mann", sagte Seehofer am Samstag nach Angaben eines Sprechers.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und Münchner Erzbischof Reinhold Marx sagte, Bartoszewski sei ein großer Erzähler europäischer Geschichte gewesen. "In allen extremen Widrigkeiten seines Lebens blieb er seinem katholischen Glauben treu."