Aufständische haben Mörsergranaten abgefeuert, ein "Willkommensgruß" an die ausländischen Teilnehmer der ersten internationalen Konferenz seit dem Sturz des Sad dam- Regimes. Dabei ist die Stimmung auch im Saal alles andere als friedlich. Denn hier findet kein Treffen von Vertretern befreundeter Staaten statt.

Zu Entscheidungen nicht befugt
Es ist eher wie eine von Spannungen belastete Zweckgemeinschaft, die sich an diesem Samstag in der irakischen Hauptstadt bildet. Und es ist auch nur ein erster Schritt, die vielen Probleme am Konferenztisch zu lösen. Denn die arabischen, iranischen, türkischen und westlichen Diplomaten, die sich im irakischen Außenministerium versammelt haben, sind gar nicht befugt, Entscheidungen zu treffen, mit denen in Bagdad das Ruder herumgerissen werden könnte.
Vor allem US-Präsident George W. Bush und seiner Mannschaft, die nach Kriegsende im April 2003 den Begriff des "neuen Iraks" eingeführt hatten, der als Leuchtturm der Demokratie Signale in die ganze Region senden sollte, fällt es offensichtlich schwer einzugestehen, dass Kontakte mit den von ihnen verteufelten Syrern und Iranern eventuell doch nützlich sein könnten.
Doch nicht nur Bush, dem die Demokraten mit der Forderung nach einem Truppenabzug im Nacken sitzen, wartet dringend auf Erfolgsmeldungen. Auch der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki steht unter Druck. Die Mehrheit der irakischen Sunniten sieht in ihm einen Mann, der schiitische Milizen deckt, die von den Iranern unterstützt werden. Und selbst unter den Schiiten wächst angesichts der täglichen Anschläge die Unzufriedenheit.

Al-Maliki: Ausland in der Pflicht
Al-Maliki setzt derweil auf die Strategie der Vorwärtsverteidigung. Obwohl Terroristen täglich Menschen in die Luft sprengen und weiterhin Iraker nur auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu einer Religionsgruppe kaltblütig ermordet werden, spricht er in seiner Rede vor den Konferenzteilnehmern von einem "Erfolg" seiner Sicherheitsstrategie. Gleichzeitig nimmt er die ausländischen Diplomaten in die Pflicht und warnt, wer heute nicht helfe, den Terror im Irak einzudämmen, könne ihn vielleicht schon morgen vor der eigenen Haustür erleben.