Am 8. Januar beginnt im Beruflichen Bildungszentrum des Prignitzer Wirtschaft e. V. in Flechen-Zechlin Brandenburgs erster Weiterbildungskurs zum Barmixer mit Abschluss der IHK. Die maximal acht Teilnehmer werden innerhalb von drei Wochen nicht nur lernen, Gin, Tequila, Rum und 100 weitere Spirituosen sowie Säfte und Sirups in Mixgetränke zu verwandeln. Sie werden auch die Herkunft der Getränke, den Alkoholgehalt und zahlreiche verschiedene Rezepturen büffeln. Ein Teil des Kurses ist den Show-Elementen gewidmet, denn das Auge trinkt mit. "Ich werde Schankwürfe zeigen oder wie man gekonnt eine Limette oder einen Trinkhalm fängt und diese dann samt Drink ansprechend präsentiert", erzählt Erdmann, der in Flöha bei Chemnitz eine Barschule, eine Bar sowie einen mobilen Barservice unterhält.
Mit diesem Spezialkurs will das Bildungszentrum die Qualität der brandenburgischen Bar-Gastronomie verbessern helfen. "Das Thema Bar-Service wird in vielen Häusern ein bisschen stiefmütterlich behandelt", sagt Bildungsstätten-Leiterin Christora Adam.

Schnelligkeit trainieren
Viele Barkeeper würden sich zwar mit den Standard-Drinks auskennen, nicht jedoch mit den Cocktails, die nicht so häufig bestellt würden. Außerdem hapere es meist an der Schnelligkeit bei der Kreation der Getränke. "Unterschätzt wird häufig auch die soziale Komponente einer Bar", weiß Adam. "Ein guter Barkeeper sollte über die Getränkebestellung hinaus den Gast auch immer durch ein paar Extra-Worte willkommen heißen." Für den Kurspreis von etwa 1400 Euro bekommen die Teilnehmer allerhand geboten. Dozent Erdmann - Mitglied der Deutschen Barkeeper Union - reist mit zwei komplett ausgestatteten Bartresen an. Begonnen wird im Kurs jedoch mit herkömmlichen Leitungswasser.
Zuerst wird mithilfe von Messbechern gemixt, dann kommt das freie Einschenken. Am Ende des Kurses sollen die Barkeeper zwei, drei oder vier Zentiliter schnell aus dem Handgelenk einschenken können. "Es ist wie im Leben", sagt Erdmann. "Zuerst krabbelt man, dann erlernt man das Laufen und später das Rennen."
Genauso ist es mit den Fachbegriffen der Branche: Die Kursteilnehmer müssen erklären können, was "straight up" und "on the rocks" bedeutet oder was ein Aperitif ist. Außerdem will die Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer auch mit einem selbst kreierten Cocktail beeindruckt werden.

Fachbegriffe sind wichtig
"Neben dem Mixen und der Präsentation müssen die Zutaten samt Herkunft erklärt sowie eine Kostenkalkulation für das Getränk erstellt werden", sagt Erdmann. Läuft für den Prüfling alles gut, kann er sich staatlich geprüfter Barmixer nennen. Eine vergleichbare Zertifizierung kann laut Erdmann derzeit nur in Rostock, Chemnitz, München oder Koblenz erworben werden.
Er selbst zieht schottischen Malt-Whisky den bunten Mixgetränken vor. Demnächst will er sich unter anderem die Destillerien der Marken Laphroiag und Lagavulin auf der kleinen Insel Islay anschauen.