Der in der Schweiz lebende Diplomdesigner Heiko Hillig hatte damit unter 31 Teilnehmern den Wettbewerb zur Ausgestaltung der neuen Gemeinschaftszollanlage gewonnen.
Der im März dieses Jahres eingeweihte "Bund" ist ein Kunstwerk von hoher Symbolkraft, zu dessen Erläuterung sein Schöpfer tief in die Geschichte eintaucht: "Es sind insgesamt 719 lange rechteckige Lärchenholzstücke, von denen jeweils fünf zu einem Schweizer Kreuz zusammengefügt wurden. Das bezieht sich auf die 714 Jahre seit dem ersten eidgenössischen Bund 1291 im vergangenen Jahr. 714 geteilt durch Fünf ist 143, also 143 Kreuzprofile für die Vergangenheit, das letzte, 144. Element für die Zukunft." Dass das mit einem Stahlseil umschlungene Bündel den Zusammenhalt der Schweizer ausdrücken soll, versteht sich schon fast von selbst. Die Jury hatte dafür den ersten Preis einstimmig vergeben.
Der 35 Jahre alte Hillig stammt aus Mauersberg im Erzgebirge. Nach dem Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein arbeitete er als Gestalter für eine heimatliche Holzkunstfirma. Während des Studiums hatte er sich viel mit Spielzeug befasst. Im Jahre 1997 kam er als Chefdesigner zur Naef Spiele AG in die Schweiz. Mit einem für dieses Unternehmen entworfenen Holzspielzeug, dem mehrteiligen "Rainbow", gewann er 1998 beim deutschen Bundespreis Produktdesign. Es folgten weitere Auszeichnungen unter anderem mit dem Sächsischen Staatspreis für Design oder im Rahmen des Designpreises Schweiz.
Seit 2002 arbeitet Hillig selbstständig in der Schweiz. Mit Naef hat er noch einen Beratervertrag, entwirft aber auch Verpackungen oder für eine Arzneimittelfirma ein Modell zur Wirkungsweise eines Krebsmedikamentes. Viel lieber noch verweist er auf seine "abstrakten Kompositionen": Flächen aus farbigem Wellkarton, die je nach Betrachtungsrichtung ein anderes Bild ergeben. "In der Kunst kann ich mich anders verwirklichen als in der Industrie, hier redet niemand mit", sagt er.
Das klingt so, als sei Hillig einer, der es "geschafft" hat, heraus aus dem Erzgebirge in die Welt. Wohl räumt er ein, dass die Schweiz kein schlechtes Pflaster für junge Kreative aus Deutschland sei, doch kehre er immer wieder gern zu seinen Wurzeln zurück, räumlich - wie auf das Material Holz bezogen. Dabei geht der Sohn eines Bergmannes und einer Sekretärin frei von den Zwängen eines Familienbetriebes auch an die "geheiligte" erzgebirgische Holzkunst heran. "Wir haben's immer so gemacht, ist noch eine weit verbreitete Haltung. Aber auch der Handel ordert Neuheiten zu zögerlich", ist Hilligs Erfahrung. Sein an einen Jockey erinnernder Naturholz-Entwurf für die Traditionsfigur "Olbernhauer Reiterlein" habe keine Zustimmung gefunden.
Mit der Räucherfigurenserie "Frostnasen" für die Holzkunst Gahlenz hatte Hillig offenbar mehr Glück. Nach Angaben von Geschäftsführer Gundolf Berger verlief der Verkaufsstart erfolgversprechend. "Wir wollten etwas machen, das es noch nicht gibt. So kamen wir auf Petrus, und zu dem gehört auch eine Wolke", erzählt der Gestalter. Auf gleichen Grundteilen aufbauend, könne die Serie vielfältig erweitert werden. Ein externer Designer habe den Vorteil, dass die Produkte nicht immer denselben Stil aufweisen.