Schäffler hat den gerade neu gewählten Vorsitzenden Philipp Rösler vor einem Scherbengericht über die ausbleibenden Erfolge bewahrt, indem er eine wichtigere Debatte auf die Tagesordnung setzte, die um den Euro. Das ist schon mal eine wichtige Leistung nach innen. Vor allem aber hat Schäffler dafür gesorgt, dass in der FDP ergebnisoffen über die Euro-Rettung diskutiert.

Natürlich ist der bevorstehende Mitgliederentscheid der FDP riskant. Aber für wen eigentlich? Am meisten für die Koalition, die bei einem Erfolg Schäfflers wohl zu Ende wäre. Kanzlerin Angela Merkel müsste Neuwahlen herbeiführen, um europaweit noch handlungsfähig zu sein. Mindestens für die Übergangszeit wären die Märkte zusätzlich schwer irritiert. Das sind keine Lappalien, aber wenn es den Befürwortern der Euro-Rettungsschirme nicht gelingt, die Bevölkerung von der Notwendigkeit der Maßnahmen zu überzeugen, dann haben diese Maßnahmen ohnehin nicht getaugt. Dann sind auch all die Garantien für überschuldete Staaten nichts wert, denn sie valutieren an den Märkten nur, weil man glaubt, dass dahinter Mehrheiten stehen, die im Zweifel auch bereit sind zu zahlen. Das ist das Wesen einer Garantie. Ohne die Debatte in der FDP hätten sich zudem die antieuropäischen Populisten wahrscheinlich schon längst anderweitig formiert. Auch das verhindert derzeit noch die Schäffler-Initiative.

Also heißt es kämpfen. Niemand sollte schadenfroh auf Philipp Rösler, Guido Westerwelle, Rainer Brüderle und Hans-Dietrich Genscher blicken, die diesen Kampf jetzt stellvertretend durchstehen. Vielmehr sollten auch die anderen Parteien endlich beginnen, für ein Europa zu werben, das heute solidarisch ist und sich morgen zu einer wirklichen Stabilitätsunion umbaut, um übermorgen stark zu sein.

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