Doch noch haben die Fledermäuse den Stollen nicht bezogen.

Im Inneren verbirgt sich eine T-förmige Höhle mit 30 Metern Länge und 40 Metern Breite. Geformt ist er aus Betonteilen mit nur einer schmalen Öffnung. So gelangen weder Licht, Zugluft noch Frost ins Innere des Stollens. "Das sind optimale Lebensbedingungen für die Fledermäuse", erklärt Franziska Uhleg-May, Abteilungsleiterin für Rekultivierung bei Vattenfall.

Ihren Namen haben die nachtaktiven Tiere wegen ihrer großen Ohren, die mit etwa vier Zentimetern Länge annähernd genauso groß sind wie der sperlingsgroße Körper. Das braune Langohr ist die am stärksten bedrohte Säugetierart in Europa. Auch im Gebiet des heutigen Tagebaus Welzow-Süd wurde das Tier gesichtet. Ob und wann die Fledermäuse wieder in diese Region zurückkehren, können die Experten jedoch nicht abschätzen.

Neben den Fledermäusen sollen auch andere in der Lausitz heimische Arten in der Bergbaufolgelandschaft wieder eine neue Heimat finden. Ein kleiner Teich und aufgehäufte Steine vor dem Eingang der Höhle bieten daher Lebensräume für Libellen, Frösche oder Mäuse. Unter Findlingen, in Totholz und aus Ästen und Zweigen aufgeschichtete Benjeshecken am Rand der Ackerflächen finden die Tiere weitere Unterschlupf- oder Nistmöglichkeiten. Etwa 15 Prozent der vom Bergbau betroffenen Gesamtflächen sind für den Naturschutz vorbehalten.