Geburtstag am 18. Mai hat der Dirigent alle Hände voll zu tun. Der umtriebige Hamburger tourt seit 1995 mit der Philharmonie der Nationen um die Welt. Nachdem er 2013 die Leitung des israelischen Orchesters Sinfonietta Beer Sheva übernommen hat, werden wohl noch zwei weitere Orchester dazukommen. Eins davon in China - über das andere Orchester kann Frantz noch nicht reden, weil die Verträge noch nicht unterschrieben sind.

Geboren 1944 im schlesischen Hohensalza (heute: Inowroclaw/Polen), floh seine Mutter mit ihm und den vier Geschwistern Ende des Zweiten Weltkriegs nach Norddeutschland. Freunde der Familie im holsteinischen Tesdorf machten den kleinen Justus mit der Musik vertraut, organisierten Hausmusikabende, stellten ein Kammerorchester zusammen.

Nach seinem Studium an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater startete Frantz seine Weltkarriere. Der Durchbruch in die internationale Spitzenklasse gelang ihm mit 26 Jahren als Pianist mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan. Sein Debütkonzert in den USA absolvierte Frantz 1975 bei den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung von Leonard Bernstein, mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Einem breiten Publikum wurde Frantz seit 1990 durch mehrere eigene Fernsehsendungen bekannt, darunter "Achtung, Klassik!" (ZDF), für die er mit dem Bambi und der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde.

Als Frantz für seinen Freund Christoph Eschenbach auf Gran Canaria einsprang, entdeckte er seine Liebe zu der Kanaren-Insel und baute dort das Anwesen "Casa de los Musicos", wo alljährlich sein "Finca-Festival" stattfindet. Dort wurde bei Gesprächen mit Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und dem damaligen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) die Idee des Schleswig-Holstein-Musikfestivals (SHMF) geboren, dessen Intendant er 1986 wurde. Nach Querelen um ein Defizit in Millionenhöhe trat er 1994 als Intendant zurück.