Der Ex-Tierarzt vermittelt pro Jahr hunderte Patenschaften für verletzte Koalas, die auch mit seinem gesammelten Geld in einem speziellen Hospital behandelt werden können.
Er hat sie täglich zu Hause um sich: Koalas in allen nur möglichen Größen. "Doch leider nur aus Plüsch", bedauert Lutz Michel lachend. Und während man die Plüschkoalas höchstens mal abstauben muss, benötigen die echten Tiere in Australien dringend Hilfe. "200 bis 300 zum Teil stark verletzte Beuteltiere werden pro Jahr im Koala-Hospital in Port Macquarie behandelt", weiß der Experte. Höllische Schmerzen erleiden die niedlichen Gesellen aus dem Eukalyptuswald vor allem durch Buschfeuer, Verkehrsunfälle oder Hundebisse. Es zerreißt dem Tierfreund förmlich das Herz, wenn er die verletzten Koalas auf Fotos sieht. Und dann zieht er wieder los, um ihnen wenn schon nicht persönlich, so doch wenigstens mit Geld zu helfen.
Nach der Wende las der arbeitslose Tierarzt zufällig einen Bericht über das seit 1976 bestehende Koala-Hospital und seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern. "Ich war so gerührt, dass ich spontan einen Brief ans Hospital schrieb", erinnert er sich. Auf eine Antwort musste er nicht lange warten. Und schnell entwickelte sich über Kontinente hinweg eine wunderbare Freundschaft.
Seit 1999 organisiert der Sachse für Koalafreunde in Deutschland, Österreich und Schweiz Tierpatenschaften. Aktuell hat er seitdem 1600 Patenschaften vermittelt. "Die symbolische Adoption kostet einmalig 35 Euro", erklärt Lutz Michel. "Dafür erhält man eine Urkunde mit einem Bild des adoptierten Koalas und Informationsmaterial."
Penibel genau überweist der Großschönauer (Löbau-Zittau) einmal im Jahr das Geld. Allein 2005 waren es über 5000 Euro. Einige Paten überzeugen sich bei einem Australienbesuch sogar vor Ort von der Arbeit im Hospital. Das bleibt der große Traum von Lutz Michel. Seine Frau, er und Sohn Stefan leben von Hartz IV. "Da ist eine Australienreise zurzeit völlig illusorisch", meint der Familienvater traurig. Doch er ist sich sicher, dass er es einmal im Leben schafft, nach Australien zu reisen, um seinen lebendigen plüschigen Freunden vor Ort helfen zu können. Im Internet: www.koalahilfe.de