dem historischen Torbogen eine unterirdische Station des Leipziger City-Tunnels gebaut wird. Der Portikus war im Weg und musste deshalb weg von seinem angestammten Platz. Kurz nach zehn Uhr wurde symbolisch der rote Knopf für den Beginn der Verschiebung gedrückt.
Mit zahlreichen Unterbrechungen brachte es der Portikus an diesem Tag auf vier Meter pro Stunde. Hätte man ihn an seinem bisherigen Platz gelassen und abgestützt, hätte das letztlich 600 000 Euro mehr gekostet und ein zusätzliches Risiko für das Baudenkmal bedeutet. Also entschieden sich alle Verantwortlichen für die Verschiebung. Zuvor aber musste das Säulentor aus dem Jahr 1844 in einen Betonrahmen eingespannt werden, damit es während seiner Reise stabil steht und überhaupt fortbewegt werden konnte. Bis zum Abend sollte es seine vorübergehende Parkposition erreichen. Dafür sorgten 24 spezielle Gleitschlitten auf Teflonlagern, auf denen der Riese transportiert wurde. Erst musste er aber mit Überdruck etwa vier Zentimeter angehoben und dann mit einer hydraulischen Steuerung Stück für Stück nach Osten gezogen werden.
Auf der neuen Stelle muss der Portikus bis Ende 2008 verharren. Dann wird er auf gleiche Weise an seinen alten Platz zurückgezogen. "Es kann passieren, dass er seitlich abkippt oder dass eine Presse versagt", beschrieb der Projektleiter des City-Tunnels, Winfried Glitsch, die Risiken der etwa 800 000 Euro teuren Aktion. Schließlich hatte Rathauschef Burkhard Jung (SPD) zuvor alle Beteiligten zur Vorsicht gemahnt: "Der Portikus ist uns Leipzigern wichtig."
Wie bedeutsam den Einwohnern der Stadt ihr Wahrzeichen ist, bewiesen die vielen Schaulustigen, die sich - mit Kamera und Fernglas bewaffnet - an den Bauzäunen drängten.