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Ein Jahr ohne Achim Mentzel

Cottbus. Plötzlich und viel zu früh starb Achim Mentzel vor einem Jahr. Der Musiker und Gute-Laune-Mann war ein Aushängeschild für Cottbus und die Lausitz. Hier erinnert die RUNDSCHAU noch einmal an ihn.

Er war nie um einen Scherz verlegen und trug stets ein Lachen auf den Lippen. So haben die Menschen Achim Mentzel kennen und lieben gelernt. Selbst den größten Krisen begegnete der Musiker und Entertainer mit Humor. Das machte ihn einzigartig. Seinem Publikum war er so nah wie kaum ein anderer - alles ohne Starallüren.

Umso größer der Schock, als er am 4. Januar 2016 mit gerade einmal 69 Jahren plötzlich aus dem Leben gerissen wurde. Dabei hatte er noch so viel vor. Denn vom Rentnerdasein hielt er nichts: "Ich wär' ja krank, wenn ich nicht rauskönnte", erklärte er der RUNDSCHAU im Jahr 2011, als er 65 wurde.

Der Entertainer moderierte 17 Jahre lang Achims Hitparade. Das allein ist rekordverdächtig. Kultstatus - auch unter einem jungen Publikum - erlangte der Lausitzer als ihn Oliver Kalkhofe in seiner Sendung "Kalkofes Mattscheibe" aufs Korn nahm und dort unter anderem als "zotteliges Zonenmonster" titulierte. Achim Mentzel reagierte darauf auf gewohnte Weise mit einer fetten Portion Humor und überraschte damit Kalkhofe. Die beiden verband seither eine große Freundschaft.

Unser TV-Tipp für diese Woche läuft am 04.01.17 um 20.15 Uhr auf MDR: Damals war's Legenden: Achim Mentzel /mk #ddrtv #achimmentzel #mdr

— DDR Museum (@ddrmuseum) January 2, 2017 #RIP #AchimMentzel #OneYearAgo #Gurkenhimmel
Vermisse Dich,
alter Zonenzausel!
Wir alle.
Du bleibst in unseren... https://t.co/qRBZ8oOZqC

— Oliver Kalkofe (@twitkalk) January 4, 2017Achim Mentzel wurde am 15. Juli 1946 in Berlin geboren, er lernte das Polsterer-Handwerk, die Leidenschaft zur Musik war aber stärker. So gründete er als Teenager das Diana-Schau-Quartett, das vorwiegend westliche Rockmusik, etwa der Beatles und der Rolling Stones, spielt. Die wilde Truppe war den DDR-Oberen ein Dorn im Auge - mit 17 Jahren erhielt Mentzel Spielverbot.

1973 blieb er nach einem Auftritt mit dem Alfons-Wonneberg-Sextett im Westen, kehrte aber nach wenigen Monaten in die DDR zurück. Seinen West-Ausflug bezahlte er mit zehn Monate Gefängnis auf Bewährung. Seit 1974 spielte er mit Nina Hagen in Fritzens Dampferband, ab Ende der 70er-Jahre war er als Solist erfolgreich.

Ab 1989 moderiert er "Achims Hitparade" im DDR-Fernsehen, später bis 2006 beim MDR.

Hier haben Sie die Möglichkeit, sich noch einmal an ihn zu erinnern.