Rätsel um den weißen Hirsch: Unbekannte waren in der Silvesternacht in das Moritzburger Wildgehege eingebrochen und mit dem Geweih des seltenen Hirschs abgehauen. Den fand man später, wahrscheinlich mit einer Armbrust erschossen und dilettantisch enthauptet. Das 22-endige Geweih war weg. Doch die Geschichte vom Hirsch ging weiter: Im Mai wurde Nachwuchs geboren, ebenfalls weiß.

Letzte Klappe für Thomalla und Wuttke: Schwarze Aussichten indes für die Leipziger "Tatort"-Ermittler Eva Saalfeld und Andreas Keppler. 2015 ziehen die Darsteller Simone Thomalla und Martin Wuttke zum letzten Mal durch die menschlichen Abgründe der Messestadt. So richtig gefunkt hat es nie bei den beiden. Seit 2008 war die 49-jährige Ex-Freundin von Ex-Fußballer Rudi Aussauer zusammen mit dem 52-jährigen Theaterschauspieler unterwegs. Die Quoten blieben mau. Jetzt sollen drei Frauen ran. Und der Sachsen-Tatort zieht nach Dresden um.

Große Oper im Februar in Dresden: Wut, Enttäuschung, kaputtes Geschirr! Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) schmeißt im Februar den gerade frisch engagierten Intendant der Semperoper, Serge Dorny, raus. Die Ministerin ist außer sich. Der Belgier sei ihr mit einem "seitenweisen Forderungskatalog" gekommen. Chefdirigent Christian Thielemann spricht von "Explosionsgefahr". Dorny kontert mit einem offenen Brief und mit einer Klage gegen seine Entlassung.

Blamage in Leipzig: Die Heldenstadt hat ihr Freiheits- und Einheitsdenkmal vermurkst. 2007 vom Bundestag beschlossen, hätte das Monument eigentlich im Herbst 2014 stehen sollen. Aber ach, die Leipziger mochten die Entwürfe nicht. Im Februar entschied das Oberlandesgericht, dass der Wettbewerb zu wiederholen sei. Im Sommer legte der Stadtrat das ganze Projekt auf Eis. Die Einheitsfeier im Herbst findet ohne Denkmal statt.

Sachsen wählt CDU: Bei den Kommunal- und Europawahlen geht die Regierungspartei als stärkste Kraft hervor. Die mitregierende FDP sackt wie erwartet ab. Doch mit der AfD bekommt Sachsen eine neue Zehn-Prozent-Partei. Die Schlussrechnung kommt bei der Landtagswahl Ende August. Da fliegt die FDP aus dem Landtag und die AfD ist drin. Sieger bleibt die CDU von Ministerpräsident Stanislaw Tillich, sie koaliert für die nächsten vier Jahre mit der Zwölf-Prozent-Partei SPD.

Asyl für Rechtsradikale: Ein Trupp Neonazi-Marschierer wird am Gedenktag 17. Juni von der Polizei zum Landtag eskortiert. Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) gewährt Einlass. Die Opposition ist außer sich.

Sechs Jahre Aufarbeitung, zig Zeugenaussagen und am Schluss alle Fragen offen: Im Juli läuft der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum "Sachsensumpf" aus. Die Geschichte vom "Sachsensumpf", 2007 hochgeploppt, klang wie eine Mischung aus Politthriller und hochprozentigem Eckkneipengewäsch. Alles drin: Millionendeals, Immobilienschacher, korrupte Richter, Schießereien, Bordellbesuche. Trotzdem konnte der Ausschuss-Chef der Linken, Klaus Bartl, hinterher nur feststellen, dass sich die Existenz des Sumpfs "infolge fehlender politischer Unabhängigkeit der Ermittlungen wohl nie mehr herausfinden lassen" werde.

Erbstreit mit den Wettinern: Nach einer Einigung mit dem Freistaat Mitte Juli gehen die Nachfahren des letzten Königs von Sachsen mit knapp fünf Millionen Euro und 1300 alten Büchern nach Hause.

Man darf das getrost als Misserfolg werten, denn ursprünglich hatten die Anwälte der Wettiner 100 Prozent Abfindung gefordert für die Familienschätze. Geld lässt sich leichter unter den Erben aufteilen als Naturalien. Finanzminister Georg Unland (CDU) betont nach jahrelangem Hin und Her den endgültigen Charakter der Einigung, von einem "Schlussstein" spricht Kunstministerin Schorlemer. Ob die Wettiner nun Ruhe geben, hängt davon ab, wie sie weiter mit ihren Landsleuten klarkommen wollen.

Elch auf dem Flur: Die Mitarbeiter von Siemens in Dresden sitzen eines Mittags in der Kantine, da kommt ein Elch rein. Der Jungbulle hat auch Hunger, er ist soeben von Osten her durch die Elbe geschwommen. Nun steckt er zwischen zwei Glastüren fest. Man betäubt ihn und setzt ihn tags drauf im Wald ab.

Zwei starke Frauen treten ab: Im September, nach einem Wahlkampf voller Rückenschüsse aus der eigenen Partei, hat die Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau genug. Beim Parteitag erklärt die 50-Jährige ihren Rücktritt.

Im November kündigt Dresdens OB Helma Orosz (CDU) aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt an. Ende Februar ist Schluss für die 61-Jährige.

Vattenfall will einpacken: Eines ist aus schwedischer Sicht klar: Der Energiekonzern will seine Braunkohlesparte in der Lausitz verkaufen. Mitten in den Koalitionsverhandlungen fliegen die Spitzen der sächsischen Parteien nacheinander in Stockholm ein, um ein Umdenken zu erreichen. Mit wenig Erfolg. Doch Käufer für die Braunkohletagebaue und Kraftwerke in Brandenburg und Sachsen müssen erstmal gefunden werden.