Dafür muss ein führender Genosse wie Gregor Gysi unfreiwillig auf die Toilette flüchten, um sich vor radikalen Israel-Gegnern in Sicherheit zu bringen. So weit ist es mit der Vorhut der Arbeiterklasse gekommen. Dummerweise ist daran aber nicht der Klassenfeind schuld, sondern die Vorhut selbst. Drei Abgeordnete aus den eigenen Reihen hatten zwei besonders Israel-kritische Journalisten zu einer Fraktionsveranstaltung in den Bundestag gebeten, was Gysi ablehnte und deshalb am Ende von ihnen bis ins Klo verfolgt wurde. Das Buch der bizarren Vorgänge in der Linkspartei ist damit um ein Kapitel reicher.

Zumal sich prompt eine machtvolle innerparteiliche Solidaritätsbewegung für Gysi entfaltete, die eigens eine Internetseite www.ihrsprechtnichtfueruns.de schaltete, auf der die Urheber der inzwischen als "Toilettenaffäre" bekannt gewordenen Ereignisse quasi zum Rücktritt aufgefordert werden. Es lebe die politische Selbstbeschäftigung! Bei solchen Parteifreunden braucht es keine Feinde mehr.