K ostbare Gemälde, kunstvoll gearbeitete Möbel, Porzellane oder Skulpturen: Zum Bestand der Häuser der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehören viele Tausend Kunstwerke und Ausstattungsstücke. Die genaue Zahl ist ebenso schwer zu ermitteln wie das, was fehlt. "Wir rechnen mit Kriegsverlusten von etwa 4000 Stücken, allein mit 3000 Gemälden", sagte der Direktor der Schlösser und Sammlungen, Samuel Wittwer.

Im Gegenzug befinden sich in den Schlössern und Häusern der Stiftung nach ersten Untersuchungen auch etwa 600 Exponate, die eigentlich gar nicht dahin gehören. Im Zuge der Bodenreform von 1945 bis 1949 enteignete Kunstschätze landeten auch dort. "Zumeist wurden sie ohne besondere Kennzeichnung aufgenommen", sagte Wittwer. Selten wurden Stücke bei der Übergabe umfassend dokumentiert. Hinzu komme, dass bis in die 1980er-Jahre mit Ausnahme der Gemälde, Grafiken und Skulpturen die Kunstwerke nicht in zentralen Inventarlisten erfasst gewesen seien.

Jetzt müsse zunächst festgestellt werden, ob die Stücke in die Häuser der Stiftung gehören oder nicht. "Es ist extrem kompliziert." Die Herkunftsforschung läuft seit 2004. Wittwer unterstrich: "Noch mühseliger ist die Suche nach dem wahren Eigentümer." In einigen Fällen hätten sich frühere Besitzer beim Landesvermögensamt gemeldet und ihre geraubten Kunstschätze nach Identifikation und genauer Prüfung zurückerhalten. Dabei handelte es sich um Exponate aller Gattungen - Gemälde, Metallkunstwerke, aber auch Keramiken. "Wir sind - und fühlen uns - verpflichtet, was uns nicht gehört, zurückzugeben", betonte er.

In zwei Fällen darf die Stiftung noch bis 2014 die Werke nutzen, da sie von großem öffentlichen Interesse sind. Das sieht ein 1994 in Kraft getretenes Bundesgesetz mit einem 20-jährigen Nießbrauchsrecht vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren im Osten Deutschlands zahlreiche Großgrundbesitzer enteignet worden. Teile ihres Vermögens sind heute in Museen zu finden. Im Gegenzug vermissen die Häuser viele Kunstschätze. Ein Glücksfall war für die Stiftung 2010 die Rückgabe von gleich zehn kostbaren Gemälden aus der Bildergalerie von Friedrich II. (1712 bis 1786). Die Werke von Antoine Pesne, Jean Raoux, Hendrik van Limborch und aus der Werkstatt von Peter Paul Rubens waren nahezu unversehrt. 1942 ausgelagert, landeten sie über Umwege 1960 in einer Berliner Wohnung, wo sie in Vergessenheit gerieten. Die Familie wandte sich an die Stiftung, die die nahezu unversehrten Schätze wieder übernahm .