Seit Arafat 75-jährig in Paris starb, hat sich das Streben nach einem Palästinenserstaat nicht abgeschwächt. Bereits seit Tagen bereiten sich viele Anhänger Arafats auf die für heute geplanten Feierlichkeiten zum Gedenken an ihren einstigen Anführer vor. Arafats Nachfolger Mahmud Abbas wird die Feierlichkeiten am Grab des verstorbenen Präsidenten leiten, den Millionen Palästinenser noch heute schlicht Abu Ammar nennen.
In den vergangenen zwölf Monaten haben unzählige Gläubige Arafats Grab in der Autonomiebehörde besucht. Ein Bild zeigt den lächelnden Arafat mit seinem Kopftuch vor der El-Aksa-Moschee im besetzten Ostjerusalem, wie er mit Zeige- und Mittelfinger das Siegeszeichen formt.
„Abu Ammar bleibt das Symbol der palästinensischen Freiheitsbemühungen“ , sagt Nabil Abu Rudeina, der einst zu Arafats engsten Vertrauten gehörte und heute Sprecher von Präsident Abbas ist. Obwohl Arafat und Abbas einen "unterschiedlichen Stil" hätten, habe sich bereits herausgestellt, dass Abbas von der Unabhängigkeitsidee genauso überzeugt sei wie sein Vorgänger, fährt Abu Rudeina fort. Doch die bilateralen Gespräche über eine Befriedung der Region kommen nicht so recht in Gang. "Die Besetzung geht weiter. Israel will nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren", bedauert Abu Rudeina.