In London und Paris, Rom und Moskau, Washington, Ottawa und Tokio erzählt der 60-Jährige den Regierungsbeamten, was Merkel gern verabschieden möchte.
Und da für greifbare und vorzeigbare Ergebnisse alle Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) zustimmen müssen, ist es eben gut, frühzeitig die Temperatur zu fühlen, wie Pfaffenbach es ausdrückt. Der Mann weiß, wovon er spricht: Er war bereits der Beauftragte von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für die Vorbereitung der G-8-Gipfel, der Sherpa, benannt nach den Bergführern im Himalaya.
Mit den Treffen der Mächtigen dieser Welt beschäftigt sich Pfaffenbach bereits seit mehr als 30 Jahren. Bereits zu Beginn seiner Karriere 1974 im Referat Grundsatzfragen der Energiepolitik im Wirtschaftsministerium war der frisch promovierte Volkswirt in die Vorbereitungen für den ersten Gipfel dieser Art einbezogen: Im Schloss Rambouillet bei Paris trafen sich 1975 Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing mit ihren Kollegen aus Großbritannien, Italien, den USA und Japan, um über die Ölkrise und den Zusammenbruch des Systems fester Wechselkurse zu beraten und ihre Wirtschaftspolitik besser zu koordinieren. Das waren "spannende Themen", erinnert sich Pfaffenbach, der heute noch darauf drängt, dass Wirtschaftsthemen bei den G-8-Treffen nicht zu kurz kommen.
Bei der deutschen G-8-Präsidentschaft scheint sich der eher gemütlich wirkende Staatssekretär damit weitgehend durchgesetzt zu haben: Auf der Tagesordnung stehen etwa die Energiepolitik, wo die Bundesregierung auch weltweit mehr Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien propagiert, und dazu passend der Klimaschutz. Die wirtschaftlichen Ungleichgewichte, wie sie etwa die US-Rekorddefizite in Haushalt und Außenhandel oder die enormen Exportüberschüsse Chinas verursachen, sollen aufs Tapet kommen. Dauerbrenner der G7 und seit der Aufnahme Russlands der G8 ist der wirtschaftliche Nachholbedarf Afrikas. Deutschland will nach den 1999 und 2005 vereinbarten Schuldennachlässen für den Kontinent nun Bedingungen formulieren, die Unternehmen in Afrika investieren lassen.
Bei einem Anliegen, das Pfaffenbach schon für Kanzler Schröder in den G-8-Hauptstädten verfocht, ist der gebürtige Kasselaner dem Ziel eines Beschlusses schon ziemlich nahe: In Heiligendamm sollen die Mächtigen der Welt mehr Transparenz für Hedgefonds beschließen. Nach Zusammenbrüchen einiger Fonds in den USA, von denen nicht nur Millionäre, sondern auch Mittelschichtsbürger betroffen waren, weicht dieser Widerstand langsam auf. Stets betont Pfaffenbach, dass die Fonds Teil des marktwirtschaftlichen Systems seien - lediglich "Ausuferungen" gelte es zu beschneiden. Diskutiert wird eine Informationspflicht über Größenordnung, Marktvolumen und Aktivitäten. "Das wäre schon ein sehr großer Erfolg", sagt Pfaffenbach.