Der ehemalige norwegische Ministerpräsident sei bestens geeignet, die Stärke und Einheit der Allianz zu gewährleisten.

Der 55-jährige Sozialdemokrat gilt als ruhig, besonnen und verständnisvoll. Eine breite internationale Öffentlichkeit erlebte das, als die Anschläge des Massenmörders Anders Behring Breivik in Oslo und auf Utøya im Sommer 2011 Norwegen erschütterten. In einer einfühlsamen Rede appellierte Stoltenberg unter Tränen an den Zusammenhalt der Menschen. Er spendete Trost, hörte zu, warb dafür, niemanden aus der Gesellschaft auszuschließen.

Politisch aktiv war er schon als Teenager. Mit 14 trat er der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Norwegens bei, mit 20 saß er im Vorstand der Jugendorganisation der Sozialdemokraten. Später wurde er Wirtschaftsminister, dann Finanzminister, im Jahr 2000 zum ersten Mal Ministerpräsident - mit nur 41 Jahren. Am Ende wurden es - mit Unterbrechungen - fast zehn Jahre, in denen er an der Spitze Norwegens stand.

Dass er 2013 die Wahl gegen die Konservative Erna Solberg verlor, lag nicht an seiner schwindenden Beliebtheit, die Norweger wollten einfach einen Wechsel. Stoltenberg, Vater zweier Kinder, trug es mit Fassung. Ebenso wie sein Vorgänger im höchsten Amt der Nato, der Däne Rasmussen, ist auch Stoltenberg sportlich: Er taucht, läuft Ski und wandert gerne in den Bergen.

Zudem stammt er aus einer Politiker-Familie, für die der Posten des Nato-Chefs einen neuen Karriere-Höhepunkt darstellt. Sein Vater Thorvald Stoltenberg war norwegischer Botschafter und Außen- und Verteidigungsminister. Seine bereits verstorbene Mutter Karin Stoltenberg , hat als Ministerialbeamtin in den 1970er-Jahren die norwegische Familienpolitik entscheidend mit bestimmt.