Im Leipziger Hauptbahnhof hat die Polizei am Dienstagabend einen Anti-Terroreinsatz geprobt. Rund 500 Beamte von Bundes- und Landespolizei sowie von Feuerwehr und Rettungsdiensten übten den Einsatz nach einem vorgegebenen Selbstmordanschlag. "Die Bundespolizisten sahen einem Anschlagsszenario ausgesetzt, von dem wir alle hoffen, es nicht erleben zu müssen. Besonders geschulte Einsatztrainer simulierten mit Schnellfeuergewehren und Explosionsmitteln bewaffnete Attentäter", erläutert ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Pirna. Im Gegensatz zu anderen Anti-Terrorübungen waren hier keine Spezialeinheiten, sondern Streifenbeamte im Einsatz.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten trotz der späten Stunde das Geschehen auf dem Bahnhof, obwohl sie von den Aktionen auf zwei gesperrten Bahnsteigen nichts direkt sehen konnten.

Am Morgen zog der Präsident der Bundespolizeidirektion Pirna, Jörg Baumbach, Bilanz: "Ein Horrorszenario, womit die Frauen und Männer der Bundespolizei heute Nacht im Leipziger Hauptbahnhof konfrontiert wurden. Niemals mögen wir so einen Anschlag real erleben. Aber wenn es passiert, müssen wir darauf bestmöglich vorbereitet sein." Beobachter des Trainings waren Polizeiführer aus dem gesamten Bundesgebiet. Unterstützt wurden die Beamten auch von Schülern der Bundespolizei, von denen etwa 200 als Opfer des Terrorangriffs agierten.