„In dieser schwierigen Phase der Partei muss man auch dem Vorsitzenden zur Seite stehen.“ Kaum im Amt, hat der 38-Jährige alle Hände voll damit zu tun, die Liberalen vor dem Untergang zu retten. „Das Entscheidende ist, dass sich die FDP nicht erneut in Personaldebatten verstrickt, sondern jetzt inhaltlich offensiv die Fahne neu aufrichtet“, sagte Döring. Wie er die Partei nach dem überraschenden Rücktritt Lindners wieder zur Geschlossenheit bringen will, muss er erst noch zeigen.

Der 38-jährige Niedersachse gehört seit 2005 dem Bundestag an, wo er die Verkehrspolitik zu seinem Spezialgebiet machte. Seit 2010 ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Er gilt als enger Vertrauter von Parteichef Philipp Rösler.

„Die beiden verstehen sich blind“, sagt der niedersächsische FDP-Abgeordnete Christian Grascha. Schon einmal war Döring im Gespräch für den Posten des Generalsekretärs der FDP. Damals machte jedoch Lindner das Rennen. Nun scheint der Diplom-Ökonom vielen in der Partei als der am besten geeignete Kandidat. Döring sei gut vernetzt und spreche Probleme deutlich an, heißt es.

Döring wurde am 6. Mai 1973 in Stade geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften in Hannover. Anschließend übte er verschiedene Tätigkeiten in der Versicherungswirtschaft aus. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn und im Beirat der Deutschen Flugsicherung.

In der FDP übernahm er 2011 das Amt des Bundesschatzmeisters.

Politische Weggefährten in Niedersachsen bezeichnen den Jazzliebhaber und Saxofonspieler Döring als einen „geselligen Typ“. Er sei nicht distanziert und löse Probleme gerne gemeinschaftlich.