Verbrecherbanden haben in Deutschland 2014 so viele Einbrüche und Diebstähle verübt wie seit acht Jahren nicht mehr. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht zur organisierten Kriminalität hervor, den Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorstellte.

Die Ermittlungen im Bereich der Eigentumskriminalität richteten sich in 16 Fällen gegen deutsche Banden, 27 gegen polnische Banden. In elf Verfahren ging es um Verbrecher aus Litauen. Neun Verfahren betrafen Banden, deren Strippenzieher aus Georgien stammen, auch aus Rumänien wurden mehr Verdächtige ermittelt. Hier gab es 2014 sechs Verfahren.

Für diese aus Osteuropa kommenden Tätergruppen spielt die Lausitz eine wichtige Rolle, vor allem als Transferregion. Im Vergleich zum Rest Deutschlands haben Brandenburg und Sachsen aber einen geringen Anteil an organisierter Kriminalität. Viel größer ist das Problem in Ballungsgebieten wie Nordrhein-Westfalen, auch weil sich die Banden zunehmend neue Tätigkeitsfelder in der Wirtschaftskriminalität erschließen, wie das BKA feststellt. Verbrecherkartelle wie die italienische Mafia. "Täter im Bereich der organisierten Kriminalität zeigen sich flexibel und hoch mobil, sie agieren zunehmend deliktsübergreifend", so das Fazit der Kriminalisten.

Zu den Straftaten, die von Banden am häufigsten verübt werden, zählt immer noch der Rauschgifthandel. Allerdings verschiebt sich hier langsam etwas: Während die Zahl der Banden, die wegen Rauschgifthandels auffielen, im vergangenen Jahr von 204 auf 188 sank, nahm die Zahl der entdeckten Schleuserbanden von 29 auf 35 zu. Zuwächse verzeichneten die Behörden auch bei der Geldwäsche und Internet-Kriminalität.

Auf einen neuen Trick hat sich eine Gruppe aus Rumänien verlegt. Sie fälschte Tankkarten, mit denen man an Tankstellen in Deutschland bargeldlos zahlen kann. Die meisten Nutzer dieser gefälschten Karten seien Fahrer von Lastwagen aus Rumänien gewesen, sagt BKA-Präsident Holger Münch.

Damit Verbrecherbanden künftig leichter bekämpft werden können, arbeitet die Bundesregierung laut Innenminister de Maizière an einem Entwurf für ein Gesetz, das bereits die Mitgliedschaft in einer kriminellen Gruppe unter Strafe stellen soll.

Die Bekämpfung der organisierten Kriminalität gerate immer mehr "in den Schatten anderer wachsender Aufgaben", wie die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus, Rechtsextremismus und Cyber-Kriminalität, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Dietmar Schilff.