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| 09:38 Uhr

Eigentümerwechsel von Vattenfall zu EPH im Lausitzer Revier vollzogen

EPH, der zukünftige Eigentümer der Lausitzer Braunkohlesparte, will in Cottbus mehrere Hundert neue Jobs schaffen. Dafür sollen Teile der Verwaltungsarbeit, die von Vattenfall derzeit noch in Berlin und Hamburg erledigt wird, in der Lausitz konzentriert werden.
EPH, der zukünftige Eigentümer der Lausitzer Braunkohlesparte, will in Cottbus mehrere Hundert neue Jobs schaffen. Dafür sollen Teile der Verwaltungsarbeit, die von Vattenfall derzeit noch in Berlin und Hamburg erledigt wird, in der Lausitz konzentriert werden. FOTO: Behnke
Cottbus. Der Verkauf der Lausitzer Braunkohlewirtschaft an das Konsortium aus der tschechischen Energieholding EPH und dem Finanzinvestor PPF ist perfekt. Wie Vattenfall mitteilte, wurde der Eigentumsübergang von dem schwedischen Staatskonzern Vattenfall an EPH/PPF am heutigen Freitag vollzogen. Simone Wendler

EPH übernimmt fünf Tagebaue, darunter die ausgekohlte Grube Cottbus-Nord, sowie drei Lausitzer Kraftwerke und die 50-Prozentbeteiligung am sächsischen Kraftwerk Lippendorf.

Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber erklärte nach dem "endlich" vollzogenen Eigentümerwechsel für die Lausitzer Braunkohle: "Jetzt setzen wir auf eine verlässliche Zusammenarbeit mit der EPH-Gruppe." Der SPD-Politiker bewertete die Ankündigung des tschechischen Energiekonzerns als "gutes Signal" in diese Richtung, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Hartmuth Zeiß dem Unternehmen zukünftig als Aufsichtsratsmitglied erhalten bleiben soll. "Hartmuth Zeiß ist ein Bergmann aus dem Revier, der alle Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte eng begleitet und mitgestaltet hat. Ein Mann vom Fach also, der sich immer auch für das Wohl der Region eingesetzt hat."

Der im April bekanntgegebene Verkauf benötigte die Zustimmung des schwedischen Parlamentes und der EU-Wettbewerbskommission. Die Braunkohlewirtschaft in der Lausitz beschäftigt noch 8000 Menschen. EPH hat sich mit dem Kauf verpflichtet, bis Ende 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. In den kommenden drei Jahren dürfen außerdem keine Dividenden ausgeschüttet oder Rückstellungen aufgelöst werden.

Umweltschützer kritisieren den Verkauf des Lausitzer Reviers seit Monaten massiv. Eine längere Fortführung der Kohleverstromung sei mit den Klimaschutzplänen nicht zu vereinbaren. Sie vermuten außerdem, dass EPH sich in einigen Jahren ohne ausreichende Rücklagen für die Rekultivierung aus der Braunkohlewirtschaft zurückziehen könne. EPH ist bereits seit Jahren Eigentümer der Mibrag im mitteldeutschen Revier. Mit dem Kauf der Lausitzer Braunkohle hält der tschechische Konzern den gesamten ostdeutschen Braunkohlebergbau in der Hand.
Mit der Eigentumsübergabe an EPH ist auch ein personeller Wechsel an der Unternehmensspitze verbunden. Der bisherige Vorstandschef Hartmuth Zeiß, der zum Jahresende planmäßig in den Ruhestand gegangen wäre, wechselt in den Aufsichtsrat.