Am 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamtes. Laut dem Freiwilligensurvey, der im Auftrag des Bundesfamilienministeriums seit 1999 alle fünf Jahre erhoben wird und als umfangreiche Quelle für ehrenamtliche Tätigkeiten gilt, hat der Anteil der ehrenamtlich Tätigen im Freistaat zugenommen.

Waren es 1999 noch 30 Prozent der Sachsen, die unentgeltlich und freiwillig gearbeitet haben (ab 14 Jahren), ist ihr Anteil inzwischen auf 33 Prozent gestiegen.

Sachsen und Brandenburg - wo der Anteil genauso hoch ist - liegen in Ostdeutschland damit an der Spitze. In Sachsen-Anhalt sind es nur 26 Prozent, in Berlin liegt der Anteil bei 28 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen beträgt er 29 und 31 Prozent.

"Am interessantesten ist zurzeit die Gruppe der Senioren ab 70 Jahren, die überdurchschnittlich wächst", ergänzte Wilzki. Allerdings hätten diese Menschen hohe Ansprüche an ein Ehrenamt und wollten nicht mehr "Mädchen für alles" sein. "Sie suchen oft ein geregeltes und strukturiertes Ehrenamt, welches Freiräume für die eigene Gestaltung lässt", fügte der Leiter der Ehrenamtsakademie an.

In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens selbst hat sich der Anteil der Ehrenamtlichen ebenfalls erhöht. "Trotz des Rückgangs der Zahlen der Gemeindemitglieder, was auf demografische Gründe zurückzuführen ist, ist seit knapp zehn Jahren die Zahl der ehrenamtlich Tätigen kontinuierlich gestiegen", sagte der Sprecher der Landeskirche, Matthias Oelke.

"Im Jahr 2003 waren es noch 60 843 Ehrenamtliche, die auch Mitglied der Landeskirche sind. 2011 hatten wir schon 64 774 Menschen, die ehrenamtlich gearbeitet haben."

Wilzki ergänzte, dass sich überdurchschnittlich viele Menschen ehrenamtlich engagieren, die sich der Kirche verbunden fühlten.

Bei der Auswertung des Freiwilligensurveys ergab sich, dass mehr als die Hälfte der freiwillig Arbeitenden sich entweder stark oder mittel mit einer Kirche verbunden fühlen.