In einem gestern veröffentlichten offenen Brief nennt die GmbH als Grund dafür fehlende Sponsorengelder der teilprivatisierten Stadtwerke Weißwasser GmbH in Höhe von 116 000 Euro. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte in seiner Sitzung am Dienstag über die Verwendung dieser Summe nicht entschieden, obwohl sie der Profi-Klub bereits fest eingeplant hatte. Dabei beruft sich der EHC auf einen Sponsoringvertrag mit den Stadtwerken aus dem Jahr 2002.
Das Schreiben des EHC lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Ohne die Sponsorensumme sei „weder die weitere Betreibung der Eishalle möglich noch das Überleben der Nachwuchsmannschaften und der Profis. Dies bedeutet das Ende des Eissports in Weißwasser.“ Pressesprecher An-dreas Friebel ergänzt: Dem Verein drohe nun die Insolvenz. Seit 2003 habe der EHC sogar 200 000 Euro bekommen, betont Friebel. Vergangenes Jahr ging man mit der Stadt mit, diese Summe auf 113 000 Euro zu kürzen. Der Differenzbetrag von 84 000 Euro sollte dazu dienen, Jahr für Jahr die Schulden des ES Weißwasser abzutragen. „Das ist ja auch in Ordnung“ , so Friebel. Nun aber gar nichts mehr zu bekommen und darüber nicht einmal rechtzeitig informiert zu werden - dies kreide der EHC Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos) an. Dieser blockiere als Mitglied des Aufsichtsrates die Freigabe der Mittel.
Die Stadt Weißwasser habe dem EHC auf dem Weg über die Stadtwerke früh genug mitgeteilt, dass er die 116 000 Euro nicht wie selbstverständlich einplanen könne, kontert Rauh. „Man kann uns nicht vorwerfen, dass wir dem EHC Geld vorenthalten.“ Er habe darauf kein Anrecht. Die ständigen Insolvenz-Drohungen könne der Oberbürgermeister nicht mehr hören. Die Sorge der Stadtväter, betont Rauh, gelte dem Eissport in Weißwasser, nicht einem Profi-Club, der es offenbar nicht verstehe zu wirtschaften. Deshalb würde er es begrüßen, wenn der Verein ES Weißwasser als der Betreiber der Eishalle die strittige Summe beantragen würde. Ob er sie dann auch bekommt - darüber müssten dann freilich die Stadträte befinden.
Möglich sei aber auch, die 116 000 Euro anderen Vereinen in der Stadt zukommen zu lassen oder das Geld zusätzlich in den Schuldendienst des Clubs zu stecken, so Rauh. Die Änderung des Sponsoringvertrags mit den Stadtwerken im vergangenen Jahr lasse dies zu.