Vivacon-Vertriebsvorstand Michael Ries beschreibt die Zielgruppe als Vermögende, "die jeden Preis zahlen würden, um in einer bestimmten Lage zu wohnen". Die insgesamt 100 Wohnungen mit Blick aufs Spreedreieck und den Bahnhof Friedrichstraße sollen teilweise mehr als 400 Quadratmeter groß werden. Das Minimum werde bei etwa 75 Quadratmetern liegen - geeignet also "als Zweit- oder Drittwohnung" für die avisierte Klientel.

Wohnen auf Zeit liegt im Trend
Um die Nachfrage sorgt sich das Unternehmen nach eigener Auskunft nicht: Bei einer mit dem Allensbach-Institut erstellten Studie habe sich Berlin als besonders attraktives Pflaster erwiesen: Fast jeder Vierte wolle am liebsten selbst in Berlin wohnen, habe die Befragung des einkommensstärksten Viertels der deutschen Bevölkerung ergeben. Und viele würden ohnehin gern in Immobilien investieren. Als weiteren Trend hat das Unternehmen Wohnen auf Zeit ausgemacht: Kleine Apartments für Manager, die in fertig eingerichtete Wohnungen ziehen statt ins Hotel. Ein teils neu zu bauendes und teils zu sanierendes Objekt in der Chausseestraße nahe der künftigen BND-Zentrale sei dem Bauherrn schon vor Baubeginn geradezu aus den Händen gerissen worden. Seit Juli werden etwa 30 Wohnungen gebaut und komplett eingerichtet werden, sodass beim Einzug schon alles vorhanden ist. Spa mit Whirlpool und Sauna sowie Hofgarten verstehen sich von selbst.
Dickster Brocken im nach Firmenangaben 200 Millionen Euro schweren Investitionsprogramm ist die Sanierung und Erweiterung der ehemaligen AOK-Zentrale am Köllnischen Park nahe dem Märkischen Museum. Dort sollen ab 2009 etwa 375 Wohnungen entstehen - mit Erbbaupachtverträgen, sodass Käufer zumindest das Geld für den Grundstücksanteil sparen können. Dennoch soll ein Quadratmeter um die 3300 Euro kosten.
Die Strategie der Kölner Firma liegt im Trend. Reiner Rössler, Berlins Chefgutachter für Gundstückswerte, sagt: "Geld ist vorhanden, hochwertige Wohnungen laufen gut." Rund zwei Milliarden Euro hätten Käufer 2007 in Wohnungen investiert, fast so viel wie im Rekordjahr 2006. Die in Mode gekommenen "Townhouses", drei- bis fünfgeschossige Reihenhäuser im Zentrum der Stadt, seien für durchschnittlich 350 000 Euro verkauft worden, das teuerste für 485 000 Euro. Unter 270 000 Euro war keines zu haben.

Stadtteil Mitte bevorzugt
Der bevorzugte Stadtteil von Haus- und Wohnungskäufern ist übrigens laut Gutachter-Ausschuss Mitte: 3,5 Milliarden Euro wurden dort investiert. An zweiter Stelle rangiert Charlottenburg-Wilmersdorf, wo Grundstücke und Immobilien im Wert von 2,6 Milliarden Euro gehandelt wurden. Im Szenekiez Friedrichshain-Kreuzberg und in Pankow/Prenzlauer Berg wurden jeweils 1,1 Milliarden Euro investiert, geringfügig mehr als in Steg litz-Zehlendorf.
Vorbei scheint die "Heu schre cken plage": Großinvestoren, die 2006 noch Pakete mit Hunderten von Wohnungen handelten, gab es im vergangenen Jahr kaum noch. Den Gutachtern zufolge beginnt nun die "Rosinenpickerei": Die schönsten Wohnungen und Grundstücke werden gewinnbringend weiter verkauft. Deshalb stiegen die Durchschnittspreise.