Erstmals ist in Deutschland ein Mensch an Ebola gestorben. Der 56 Jahre alte UN-Mitarbeiter erlag in der Nacht zum Dienstag auf der Isolierstation des Leipziger Klinikums St. Georg seiner Krankheit. "Trotz der intensiven medizinischen Betreuung und den höchsten Anstrengungen der Ärzte und Pfleger konnte der Tod nicht verhindert werden", teilte die Klinik mit.

Der Patient hatte sich bereits bei seiner Ankunft in Leipzig in einem sehr kritischen Zustand befunden. Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht könnten keine näheren Angaben zu den Todesumständen gemacht werden, teilte das Klinikum mit. Die Spezialisten dort hatten fünf Tage lang um das Leben des Mannes gekämpft. Der Leichnam sollte so schnell wie möglich verbrannt werden. Der Verstorbene war Muslim. "Das macht es nicht leichter, weil der Islam eine Feuerbestattung nicht vorsieht", sagte ein Stadtsprecher. Allerdings gehe in diesem Extremfall die Sicherheit vor.

In Afrika breitet sich Ebola weiter aus. Inzwischen seien der WHO mehr als 8900 Erkrankte gemeldet worden, sagte der Vize-Generaldirektor der Behörde, Bruce Aylward, in Genf. Mehr als 4400 Menschen seien gestorben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Derzeit gebe es pro Woche etwa 1000 neue Ebola-Fälle, sagte Aylward. Die Sterblichkeit liege bei 70 Prozent.

Und es soll noch schlimmer werden. Die WHO prognostiziert bis Dezember pro Woche 5000 bis 10 000 neue Ebola-Fälle in Westafrika. im Blickpunkt Seite 6