Ebola hat jetzt die US-Millionen- und Touristenmetropole New York erreicht. Bei einem Arzt habe sich der Verdacht bestätigt, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Der 33-Jährige sei vor wenigen Tagen über Brüssel aus Westafrika zurückgekehrt. "Wir sind seit Monaten vorbereitet", sagte de Blasio. Der Patient hatte in Guinea für Ärzte ohne Grenzen mit Ebola-Kranken gearbeitet. Laut US-Medien war er in New York noch mit U-Bahn und Taxi unterwegs.

In den USA hatte es jüngst mehrere Ebola-Fälle in Texas gegeben, ein Mann war gestorben. In Europa gab es Erkrankungen zuerst in Spanien. In Deutschland wurden zwei UN-Mitarbeiter behandelt, die sich in Afrika angesteckt hatten. Einer wurde geheilt, der andere starb in Leipzig.

Die sächsische Stadt wäre auch einer der Orte, an denen möglicherweise infizierte Patienten aus Cottbus behandelt werden würden. Klinikum-Sprecher Denis Kettlitz: "Grundsätzlich ist das Carl-Thiem-Klinikum kein Haus für Ebola-Fälle. Wir würden im Verdachtsfall alles unternehmen, damit die betroffenen Patienten direkt nach Berlin oder Leipzig kommen." Gebe es in Cottbus einen Verdacht, würden die hiesigen Ärzte sofort Kontakt mit den dortigen Zentren aufnehmen.

Die Berliner Behörden sind auch nach dem ersten Ebola-Patienten in New York weiter überzeugt, für den Ernstfall gerüstet zu sein. "Wir sind für solche Fälle gut vorbereitet", sagte Constance Frey, Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung. Der erste Verdachtsfall im August habe gezeigt, dass die Behörden und Einrichtungen bei einer Gefahrenlage gut zusammenarbeiten.

Die EU verdoppelt indes ihre Ebola-Hilfen auf etwa eine Milliarde Euro. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedstaaten bei ihrem Brüsseler Gipfel. Bislang hatten die EU und ihre Mitglieder gut eine halbe Milliarde Euro zugesagt.

In Westafrika können die ersten Groß-Tests von Ebola-Impfstoffen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon im Dezember beginnen. Auch im bislang Ebola-freien afrikanischen Mali gibt es jetzt einen Fall. Die Krankheit wurde bei einem zweijährigen Mädchen diagnostiziert. Laut WHO gibt es mittlerweile fast 10 000 Ebola-Fälle und knapp 4900 Tote - vor allem in Westafrika.