Die Bomben explodierten am Donnerstag in Stadtvierteln, in denen Schiiten, Sunniten und auch Christen leben. Die Anschläge wurden in den Stadtvierteln Karrada, Al-Wasirija, Al-Schaab und Al-Alwija verübt. Im Innenstadt-Viertel Karrada explodierte eine Autobombe. Zur gleichen Zeit zündete ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel. Zwei Sprengsätze detonierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Al-Alwija in der Nähe eines Kinos.

Medwedew verspricht Russland Reformen

Nach Protesten gegen die russische Parlamentswahl geht Kremlchef Dmitri Medwedew mit Reformen auf Regierungskritiker zu. Der Präsident kündigte eine Rückkehr zu den Gouverneurswahlen an, die sein Vorgänger Wladimir Putin vor sieben Jahren abgeschafft hatte. Die Menschen in Russland müssten mehr Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung haben, sagte Medwedew am Donnerstag in seiner Rede zur Lage der Nation im Großen Kremlpalast in Moskau. Auf die Kernforderung enttäuschter Wähler nach Neuwahlen ging Medwedew nicht ein. Mehr als 40 000 Menschen wollen an diesem Samstag allein in Moskau für ehrliche Wahlen demonstrieren.

Erste Beobachterin Syrien angekommen

Die ersten Beobachter der Arabischen Liga sind in Syrien eingetroffen. Dennoch haben die Schergen des Präsidenten Baschar al-Assad am Donnerstag in den Protesthochburgen wieder viele Menschen erschossen. Gegner des Regimes meldeten, die Armee und die Schabiha-Miliz hätten 31 Menschen getötet. Die meisten Opfer gab es ihren Angaben zufolge in den Provinzen Homs und Idlib.

Timoschenko verzichtet auf Berufungsverfahren

Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko verzichtet auf die Fortsetzung ihres Berufungsverfahrens, weil sie das Gericht in Kiew für befangen hält. Solange Präsident Viktor Janukowitsch die Justiz kontrolliere, gebe es keine Aussicht auf Erfolg, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Oppositionsführerin. Timoschenko hofft demnach nun auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg.

Türkei zieht Vertreter aus Frankreich zurück

Aus Protest gegen ein Genozid-Gesetz beordert die Türkei ihren Pariser Botschafter für unbestimmte Zeit in die Heimat zurück, wie am Freitag Botschaftssprecher Engin Solakoglu sagte. Nur Augenblicke zuvor hatte die Pariser Nationalversammlung ungeachtet heftiger türkischer Proteste in erster Lesung den Entwurf gebilligt, der die Leugnung offiziell anerkannter Völkermorde unter Strafe stellt.