Bei der Explosion vor dem zentralen Rekrutierungsbüro der neuen irakischen Armee und der Zivilmiliz in Bagdad starben mindestens 40 Menschen. Das berichtete staatliche irakische Fernsehen unter Berufung auf die irakische Polizei. Ein Sprecher des US-Militärkommandos in Bagdad nannte Zahlen von 24 Toten und 30 bis 40 Verletzten.

Bereits am frühen Morgen hätten vor dem Rekrutierungsbüro mehrere hundert junge Männer gewartet, sagte ein Augenzeuge einem Korrespondenten vor Ort. Sie reihten sich in eine lange Schlange ein, um Aufnahmeanträge für die neuen irakischen Streitkräfte auszufüllen. Das Büro liegt an einer der belebtesten Stellen der irakischen Hauptstadt. Der Bahnhof und der zentrale Busbahnhof liegen in unmittelbarer Nähe.

Der Anschlag ereignete sich einen Tag nachdem eine Autobombe vor der Polizeistation von Iskandarija, 40 Kilometer südlich von Bagdad, rund 50 Menschen getötet hatte. Auch dort war der Blutzoll so hoch, weil sich zum Zeitpunkt des Anschlags Männer um die Aufnahme in den Polizeidienst bewerben wollten. Die neue irakische Armee wird derzeit vom US-Militär aufgebaut. Die alte Armee war nach der Besetzung des Landes aufgelöst worden.