Nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen wurden in sechs Bundesländern zeitgleich Wohn- und Geschäftsräume bei 120 Beschuldigten und Zeugen durchsucht. In Sachsen waren es 34 Objekte. Den Betroffenen wird vorgeworfen, "Blood & Honour" trotz Verbotes aufrechterhalten zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden mit.
Laut Landeskriminalamt waren in Sachsen 180 Beamte seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Die Ermittlungen richteten sich gegen sechs Beschuldigte im Alter zwischen 23 und 31 Jahren, darunter eine Frau. Sie stehen im Verdacht, vor allem mit dem Verkauf von Tonträgern und als Konzertveranstalter "nationalistisches und rassistisches Gedankengut" verbreitet zu haben, hieß es. Gegen einen 26-Jährigen erließ das Amtsgericht Dresden Haftbefehl. Bei den Durchsuchungen wurden Beweismittel wie Unterlagen, PC-Technik, CDs und DVDs beschlagnahmt.
Ein Schwerpunkt der Polizeiaktion war Bayern. Hier wurden 37 Objekte durchsucht und umfangreiches Material sichergestellt, darunter eine funktionsfähige Handgranate. Darüber hinaus gab es Durchsuchungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen. "Blood & Honour" war im September 2000 vom Bundesinnenministerium verboten worden. Zur Begründung hieß es, dass sich die Organisation gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung richte. (dpa/mb)