Als einer der ersten Chirurgen in Deutschland hat Dr. Sören Just diese Herzklappen-OP über einen kleinen, nur sechs Zentimeter langen Schnitt rechts über der dritten Rippe im Mai 2013 durchgeführt. So bleibt dem Patienten ein Durchtrennen des Brustbeins erspart, wie es bei der konventionellen Methode üblich ist.

Nur kleine Narbe bleibt

"Die Vorteile bei diesem minimalinvasiven Zugang sind in Bezug auf den kosmetischen Aspekt und vor allem auf den Heilungsprozess beachtlich. Weil das Brustbein intakt bleibt, sind die Patienten schnell wieder mobil und können meist schon nach sechs Tagen unsere Klinik verlassen", erklärt der Chirurg. Neben verbesserter Lebensqualität erinnert dann nur eine kleine Narbe an den Eingriff.

Mittlerweile zählt das interdisziplinäre Team, das aus drei Herzchirurgen, einem Anästhesisten, einem Kardiotechniker sowie OP- und Anästhesie-Schwestern bzw. Pflegern besteht, schon die 60. minimalinvasive Herzklappen-Implantation. Aufeinander eingespielt, weiß jeder, was zu tun ist. Nur so kann sich der Operateur auf die filigrane Handarbeit konzentrieren, die er leisten muss. Denn nach dem er die defekte und verkalkte Aortenklappe herausgetrennt hat, fixiert er das vorbehandelte Implantat. Mehr als 20 einzelne Fäden verknotet Dr. Just an der Ersatzklappe, die kaum die Größe eines Zwei-Euro-Stückes hat. Dann führt er sie durch das "Schlüsselloch", platziert sie in der Aorta an der linken Herzkammer und vernäht sie dort.

Während des Eingriffs werden die Pumpfunktion des Herzens sowie die Lungenfunktion durch den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine ersetzt. Das Blut wird - überwacht durch den Kardiotechniker - über ein Schlauchsystem aus dem Körper heraus geleitet, mit Sauerstoff angereichert und wieder zurückgeführt.

Glückliche Patienten

"Für das gesamte Team ist dieser Eingriff eine Herausforderung, schließlich geht es um Menschenleben. Die Patienten sind vor dieser Operation natürlich verängstigt, danach aber unglaublich dankbar. Sie dann glücklich zu sehen, freut uns sehr", sagt Dr. Just. "Der Trend zu minimalinvasiven Methoden bei Eingriffen am Herzen wird im Sana-Herzzentrum sehr gefördert, eben weil sie für den gesamten Organismus die größtmögliche Schonung bedeuten."