Von einem "Skandal" und einem "Desaster" wollte Dulig aber nicht sprechen. Was das Unternehmen und die Beschäftigten jetzt benötigten, sei eine "nüchterne Betrachtung des Themas".

Die Kollegen dort brauchten jetzt Solidarität und keine Schadenfreude. Aufklärung sei nun die erste Aufgabe, um den Schaden zu minimieren. Zuvor hatten andere Redner in einer von der Linken beantragten Landtagsdebatte sehr emotional über mögliche Folgen des Abgas-Skandals gesprochen. Denn VW ist in Sachsen der größte industrielle Arbeitgeber und unterhält hierzulande drei Standorte mit insgesamt 10 250 Mitarbeitern. Hinzu kommen viele Zulieferer. Mehr als 200 sächsische Firmen unterhalten Geschäftsbeziehungen zum VW-Konzern. Der SPD-Abgeordnete Jörg Vieweg brachte es so auf den Punkt: "Wenn es VW schlecht geht, dann geht es Sachsen schlecht." Die Linke schloss Steuerausfälle an den VW-Standorten nicht aus. Die Stadt Zwickau hat bereits eine Haushaltssperre verhängt und damit Investitionen auf Eis gelegt.