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| 02:49 Uhr

Düsseldorf: Auftakt im Prozess gegen mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen

Düsseldorf. Nach der Vorbereitung eines Terroranschlags in Deutschland stehen vier mutmaßliche Al-Qaida-Angehörige seit Mittwoch in Düsseldorf vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Betrügereien zur Finanzierung ihrer Pläne vor. dpa/uf

Laut Anklage wollte die "Düsseldorfer Zelle" eine gewaltige Bombe mit Metallsplittern in einer großen Menschenmenge zünden. Eine zweite Bombe sollte gegen Rettungskräfte gerichtet werden.

Obwohl die Spezialeinheit GSG 9 beim Zugriff in einer Düsseldorfer Wohnung im April 2011 Utensilien zum Bombenbau entdeckte, wurden die vier nicht wegen der Planung des Terroranschlags angeklagt. Die Vorbereitungen seien noch nicht weit genug gediehen gewesen, erklärte eine Vertreterin der Bundesanwaltschaft. Die Verteidiger beantragten nach der Verlesung der Anklageschrift die Einstellung des Verfahrens, mindestens aber seine Aussetzung. Sie hätten unvollständige Akteneinsicht gehabt und sich die Abhör-Dateien nicht anhören können. Die Bundesanwaltschaft wies dies zurück: Die Dateien hätten den Verteidigern als Beweisstücke im Bundeskriminalamt zur Verfügung gestanden. Nach Beratung wies der Strafsenat unter Vorsitz der Richterin Barbara Havliza die Anträge zurück. Fehlende Aufzeichnungen würden nachgereicht. Der Verteidigung würden daraus keine Nachteile entstehen. Eine Aussetzung des Verfahrens komme nicht infrage.

Der Prozess-Stoff füllt 260 Aktenordner, die Anklageschrift umfasst mit Anhang mehr als 500 Seiten. Am heutige Donnerstag sollen Angehörige als Zeugen vor Gericht erscheinen.