Eine Fremdeinwirkung sei ausgeschlossen, sagte der Sprecher des Potsdamer Justizministeriums, Thomas Melzer, am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ vom selben Tag. Ihm sei zumindest in den vergangenen Jahren kein anderer Selbstmord einer weiblichen Gefangenen bekannt.

Nach Melzers Angaben war der Suizid am vergangenen Dienstag der fünfte in diesem Jahr in Brandenburger Haftanstalten. 2006 habe es einen gegeben, 2005 zwei Selbstmorde und 2003 vier. 2004 ereignete sich kein Selbstmord in den Gefängnissen.Im jüngsten Fall hatte sich die Frau laut Melzer in ihrer Einzelzelle mit einem Bettlaken erhängt. Zuvor habe es keine Hinweise auf den Suizid der zweifachen Mutter gegeben, auch nicht in einem kurz zuvor an den Ehemann geschriebenen Brief. Das Amtsgericht Cottbus hatte die Frau bereits 2005 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr verurteilt. Ihr waren Betrug, Raub und Urkundenfälschung zur Last gelegt worden. Das Gericht habe ihr dann die Chance gegeben, sich die Strafaussetzung nachträglich zu verdienen, erläuterte Melzer.

Im Jahr 2006 sei sie jedoch erneut wegen Betruges straffällig geworden. Daraufhin habe das Gericht sie zu 120 Tagessätzen zu zehn Euro verurteilt. Da die Angeklagte nicht zahlte, sei diese Strafe in 120 Tage Haft umgewandelt worden. Die Vollstreckung der Gesamtstrafe sei für den vergangenen Dienstag festgesetzt worden. Weil die 25-Jährige nicht freiwillig erschien, brachte die Polizei sie an dem Tag zu dem Gefängnis im Luckauer Ortsteil Duben.