Nach wie vor fehlen für den Bau des 1,3-Milliarden-Projekts – Dubai und der US-Konzern Intel sind Hauptgesellschafter – 650 Millionen Euro Fremdkapital. Nach Angaben Zarounis muss es „in den nächsten Wochen“ beschafft werden. Man werde Druck machen, um zu einer baldigen Lösung zu kommen.

Wichtige Verhandlungsrunde
Dem Vernehmen nach fand am Donnerstag in Frankfurt (Main) eine wichtige Verhandlungsrunde mit der Commerzbank statt, die gemeinsam mit der Gulf International Bank aus Bahrein das Fremdkapital beschaffen soll. Zarouni sprach von „guten Signalen“ . Hingegen wollte sich Communicant-Vorstandschef Abbas Ourmazd nicht konkret äußern. Mit den Banken sei Stillschweigen vereinbart worden.
Der Vorstandschef räumte ein, dass sich das Projekt in einer „schwierigen Phase“ befinde. Er befürchte, dass wegen der „negativen Debatte in der Öffentlichkeit die Verhandlungen mit Banken zäher als angenommen ausfallen werden“ .
Ourmazd bestritt vehement, dass wegen der Zeitverzögerungen die Technologie des Werkes in Frankfurt an der Oder, entwickelt vom dort ansässigen Institut für Halbleiterphysik (IHP), „veraltet“ sei. „Wir sind heute konkurrenzfähiger als vor zwei Jahren“ , sagte der Vorstandschef. Die Technologie, die herkömmliche Chips leistungsfähiger macht, werde ständig weiter entwickelt. Auch habe Communicant eine eigene Forschungsabteilung gegründet. Er bestätigte, dass in dem kürzlich von Intel präsentierten neuen Chip die IHP-Technologie eingegangen sei. Das IHP und Intel hatten ihre Technologien, wie in dem komplizierten Vertragswerk vereinbart, ausgetauscht.
Ourmazd präsentierte ein Gutachten des US-High-Tech-Experten David Eaglesham, nach dem der Intel-Chip ein anderes Marktsegment bediene und keine Konkurrenzsituation gegeben sei. So seien seine Produktionskosten zweimal so hoch wie die von Communicant. In letzter Zeit waren Vorwürfe laut geworden, dass die IHP-Technologie zum Nachteil des IHP und des Landes an Intel verscherbelt worden sei. Ourmazd sagte dazu: Man habe dafür die Intel-Grundlagentechnologie zur Chip-Produktion bekommen. Der US-Konzern habe damit erstmals in seiner Geschichte „seine Kronjuwelen“ einem Dritten übergeben.

Ab März Bau fortsetzen
Jetzt gelte es, so Ourmazd, die Technologien des IHP und Intels miteinander zu verschmelzen, um die Produktionsreife zu erlangen. „Das drängt.“ Der zur Zeit ruhende Bau der Chipfabrik soll laut Ourmazd im März 2003 fortgesetzt werden. Mit der Produktion soll Ende 2004/Anfang 2005 begonnen werden.