Entsprechende Spekulationen nannte Milbradt damals laut Sitzungsprotokoll „unbegründet und geschäftsschädigend“. Zuletzt hatte er wiederholt gesagt, nach seinem Ausscheiden als Finanzminister 2001 nicht mehr im Detail mit der inzwischen verkauften Landesbank betraut gewesen zu sein.
Der 62-Jährige stellt sich am Samstag beim Landesparteitag zur Wiederwahl als CDU-Chef. Das Ergebnis wird mit Spannung erwartet, zumal Milbradt auch in der eigenen Partei in die Kritik gerät. „Der Niedergang der CDU in Sachsen unter Georg Milbradt macht mir große Sorge“, sagte Manfred Kolbe, CDU-Bundestagsabgeordneter.
Die Linke-Fraktion forderte gestern indes erneut Aufklärung. Auf seiner September-Sitzung werde sich der Landtag mit dem Landesbank-Desaster befassen. „Dann wollen wir wissen, wie hoch die Gesamtsumme der spekulativ angelegten Gelder bei der Landesbank wirklich ist“, sagte Fraktionschef André Hahn. (dpa/ta)