Der Landesvorsitzende der GdP, Andreas Schuster, sagte der Märkischen Oderzeitung, er gehe davon aus, dass die heutigen vier Polizeidirektionen nach der Kreisreform wieder aufgelöst werden. Für sie gäbe es dann keine Existenzberechtigung mehr.

Stattdessen würden die Polizeistrukturen an die neuen Kreisgrenzen anzupassen sein. Schuster rechnet damit, dass aus den Direktionen und den neuen Inspektionen wieder Schutzbereiche wie vor der Polizeireform 2009 entstehen werden. Da es eine enge Zusammenarbeit mit den Kreisverwaltungen gibt, würden die Schutzbereiche wohl in den Kreisstädten angesiedelt werden, so Schuster. Ob die rund 50 Wachen beibehalten werden, sieht die Gewerkschaft eher skeptisch.

Das Innenministerium in Potsdam versicherte, dass in dieser Legislaturperiode keine Veränderung bei der Polizei geplant sei. "Alles andere bleibt der Zukunft überlassen", sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker der Märkischen Oderzeitung.

Die Gewerkschaft der Polizei sieht hingegen für ihre Mitglieder eine erneute Versetzungswelle und weitere Provisorien bei der Unterbringung. Für Mittwoch hat die GDP mit anderen Gewerkschaften zu einer Demo in Potsdam aufgerufen. Es geht um bessere Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst. "Wir können nicht mehr! Wenn Polizeiarbeit zu Fließbandarbeit wird, wenn man nur noch von Einsatz zu Einsatz, von Akte zu Akte hetzt, bleibt irgendwann nicht nur die körperliche Gesundheit auf der Strecke", heißt es im Aufruf der GDP.

Brandenburgs Landesregierung will die derzeit 14 Landkreise und vier kreisfreien Städte zu neun Regionalverwaltungen neben der dann einzigen kreisfreien Stadt Potsdam zusammenlegen. 2019 soll die Reform stattfinden. Dagegen sammelt eine Volksinitiative seit Anfang November Unterschriften.