Der "Revolution Train" ist ein multimedialer mobiler Zug, der in interaktiver Form eine ganz neue Auffassung der primären Prävention für ausgewählte Zielgruppen bringen soll. Insbesondere Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren sollen so erreicht werden, wie die Projektgruppe aus Tschechien erläutert.

Mit dem Anti-Drogen-Zug soll dem Vormarsch von Crystal Meth und anderen Suchtmitteln in der Grenzregion etwas entgegensetzen. Erste Station ist der Bahnhof von Annaberg-Buchholz. Insbesondere Schüler sollen dabei die Möglichkeit haben, mit allen Sinnen den Weg von Drogenabhängigen zu erleben. "Vom scheinbar harmlosen Einstieg geht es dabei über verschiedene Zwischenstationen steil hinab bis zum völligen Untergang", sagte ein Stadtsprecher. Der Zug besteht aus sechs Wagons, vier davon sind vollständig für das Programm ausgestattet. Das Interieur der Wagons wurde zu interaktiven Sälen umgebaut, in denen sich auf mehreren Ebenen eine Geschichte über die Ursprünge, Entwicklung und Folgen einer Drogensucht abspielt.

Die Zahl der Drogentoten ist in Sachsen im vergangenen Jahr so stark angestiegen wie in keinem anderen Bundesland. Mit 27 Toten habe sich die Zahl im Vergleich zu 2014 beinahe verdreifacht, teilte d

as Bundeskriminalamt (BKA) in seinem Jahresbericht zur Rauchgiftkriminalität mit. Ein Grund ist die weiter starke Ausbreitung von Crystal Meth, das aus Tschechien über die Grenze geschmuggelt wird. Es sei zu beobachten, dass im Freistaat vor allem die Droge Crystal Meth weit verbreitet sei, sagte ein LKA-Sprecherin. Grund hierfür sei, "dass die Beschaffungswege bei uns sehr kurz sind".

Nach Annaberg-Buchholz fährt der Zug Schwarzenberg (10./11. November) und Plauen (12. bis 15. November) an. Im Frühjahr 2017 ist eine Tour durch weitere deutsche Städte geplant.