Es ist die Quittung für 15 Monate, in denen der 20-jährige Leipziger vom einzelgängerischen Computerfreak im heimischen Kinderzimmer zum Großdealer im Internet aufstieg. Er hat zugegeben, von Dezember 2013 bis zu seiner Verhaftung im Februar 2015 fast eine Tonne Drogen, darunter Kokain, Ecstasy und Haschisch, über das Internet verkauft zu haben. Eine "Schnapsidee" nannte er es im Nachhinein.

"Er wollte im Internet als Drogenhändler der Größte und Beste sein", sagt Staatsanwalt André Kuhnert und bescheinigt dem 20-Jährigen eine hohe Professionalität und kriminelle Energie. Die Drogenbörse "Shiny-Flakes" sei ein ausgeklügeltes System mit Verschlüsselungen, anonymen Mailadressen und ausländischen Servern gewesen. Die Drogen lagerte der Großdealer in seinem Kinderzimmer. Hätte der 20-Jährige nicht beim Adressieren seiner Drogenpäckchen geschlampt - die Polizei wäre ihm technisch kaum auf die Spur gekommen.

Warum sich der 20-Jährige ausgerechnet auf Drogen verlegt hat - das wird im gesamten Prozess nicht so recht klar. Allerdings greift Richter Göbel noch einmal die "Schnapsidee" auf: "Das war es mitnichten. Das war generalstabsmäßig aufgezogen, mit hoher krimineller Energie."